Wenn Kinder erwachsen werden: SUSE kauft openATTIC

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08.11.2016ǀ ǀ Open Source
Kinder wollen (und sollen) irgendwann auf eigenen Beinen stehen

Kinder wollen (und sollen) irgendwann auf eigenen Beinen stehen

Wenn Kinder erwachsen werden, müssen sie irgendwann aus dem Haus. Das trifft auch auf Softwareprojekte zu: in diesen Tagen trennen wir uns von unserem Storage und Ceph Management-Projekt openATTIC. SUSE hat openATTIC gekauft, um es in seine Enterprise Storage-Lösungen zu integrieren und als Management-Frontend für Ceph weiterzuentwickeln. Diese Entwicklung macht uns sehr stolz, weil sie die Innovationskraft unserer Lösungen unter Beweis stellt.

Mit dem Kauf ist klar: mit der Entwicklung von openATTIC haben wir den Storage-Markt richtig eingeschätzt. openATTIC ist eine hochinnovative Speichermanagementlösung, dessen Potenzial von dem IT-Schwergewicht SUSE und der dahinter stehenden Micro Focus Group erkannt worden ist. Mit dem Kauf geben wir openATTIC und den gesamten Geschäftsbereich an einen Partner, der noch bessere Entwicklungsressourcen und eine größere Marktdurchdringung hat. SUSE wird openATTIC in den SUSE Enterprise Storage integrieren und dadurch die globale Nachfrage nach leistungsfähigen Storage-Lösungen noch besser bedienen können.

Ein lachendes und ein weinendes Auge
Natürlich sehe ich die Akquisition durch SUSE auch mit einem weinenden Auge: mit openATTIC geht ein Produkt, das wir seit fünf Jahren mit viel Herzblut entwickeln. Mit dem Kauf werden auch lieb gewonnene Kolleginnen und Kollegen von uns scheiden, die teils schon seit Jahren für uns tätig sind. Nachdem wir vergangenes Jahr mit Lenz Grimmer einen erfahrenen Teamleiter für das Projekt gewinnen konnten, nahm die Entwicklung von openATTIC stark an Fahrt auf. Der große Durchbruch kam dann dieses Frühjahr, als SUSE das Potenzial von openATTIC als Storage Management-Lösung erkannte und mit uns eine strategische Entwicklungspartnerschaft einging. Die Ankündigung, die Managementfunktionalitäten von openATTIC für den Object Storage Ceph weiter auszubauen, sorgte in der Szene für viel Aufsehen.

Auch die Verantwortung für das openATTIC Open Source-Projekt mit seiner globalen Entwickler-Community wird auf SUSE übergehen. Ich freue mich sehr, dass SUSE erklärt hat, dass sich durch die Übernahme nichts am Open-Source-Aspekt des Projekts ändern und es damit weiterhin frei verfügbar bleiben wird, auch auf anderen Distributionen.

Ideenschmiede für innovative Projekte
Die Akquisition durch SUSE zeigt, dass die it-novum als „Inkubator“ innovativer IT-Projekte hervorragend aufgestellt ist. Neben openATTIC entwickeln wir seit elf Jahren die Monitoring-Lösung openITCOCKPIT und die Open ITSM Suite beständig weiter, ebenfalls auf offenen Technologien basierende Produkte. Auch hier hatten wir Recht mit unserer Vision, dass offene Software besser als geschlossene Lösungen in der Lage ist, Unternehmen für die Herausforderungen durch neue Technologien und sich ändernde Märkte zu rüsten. openITCOCKPIT und die Open ITSM Suite sind seit vielen Jahren erfolgreich bei großen Mittelstandskunden und Konzernen im Einsatz.

Auch in unseren anderen Geschäftsbereichen verfolgen wir erfolgreich die Strategie „Business Open Source“. Zu den Marktführern gehören wir insbesondere bei der Verbindung von offenen Technologien mit Closed Source-Produkten wie SAP.Auch bei innovativen Lösungsansätzen wie dem Dokumenten-Caching für die Enterprise Content Management-Plattform Alfresco oder der Kombination der beiden Business Intelligence-Plattformen Pentaho und Jedox zu einer durchgehenden Big Data Analytics-Landschaft haben wir Kundenanforderungen frühzeitig aufgenommen und umgesetzt. Diese Themen werden wir auch in Zukunft engagiert vorantreiben.

Nicht nur kleine Menschen, auch Softwareprojekte entwachsen irgendwann den Kinderschuhen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, unsere Storage-Lösung von einem Partner weiterentwickeln zu lassen, der noch besser in innovative Produkte investieren kann und die richtige globale Aufstellung hat, um das Potenzial von openATTIC voll auszuschöpfen. Wir sind stolz, einem Projekt wie openATTIC dabei geholfen zu haben, laufen zu lernen. Wir wünschen openATTIC, dem Team und SUSE alles Gute und den Markterfolg, den sie verdienen!

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Michael Kienle - Geschäftsführer „Open Source gehört in die Business-Welt und nicht in die Technologieecke“ – die Auffassung von Open Source als Business-Thema hat Michael Kienle maßgeblich mitentwickelt. Als ehemaliger Chief International Officer für die Open Source Business Foundation und Geschäftsführer eines SAP- und Open Source-Beratungsunternehmens gehört Michael zu den führenden Köpfen in der Open Source-Welt.
Webprofile von Michael: Twitter, XING, LinkedIn

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