Warum End2End-Monitoring Sinn macht

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30.08.2016ǀ ǀ Monitoring
Die Sicht des Anwenders. ist beim End2End-Monitoring entscheidend.

Die Sicht des Anwenders. ist beim End2End-Monitoring entscheidend.

Zu einem Monitoring der IT-Infrastruktur gehört längst nicht mehr nur, dass ein System per Ping erreichbar ist oder das Mailrelay auf einen SMTP-Request wie erwartet antwortet. Ein umfassendes Netzwerk- und System-Monitoring ist die Grundvoraussetzung zur Fehlersuche und um Probleme frühzeitig zu erkennen. Allerdings kann es einen wichtigen Aspekt nicht abbilden, nämlich die Sicht des Anwenders.

Hier setzt das End2End-Monitoring an. Es simuliert Prozesse aus Sicht des Endanwenders und stellt sicher, dass eine Applikation bzw. ein Ablauf auch wirklich funktioniert. In der Regel wird dazu ein typischer Mitarbeiterrechner (Robot) eingerichtet, der die Umgebung für die End2End-Überwachung bereitstellt. Um sich einen schnellen Überblick zu verschaffen, ist es empfehlenswert, die Robots an verschiedenen Orten im Netzwerk aufzubauen. Werden die Ergebnisse in einem zentralen Systemmanagement-Tool zusammengeführt und ausgewertet, wird auf einen Blick erkennbar, ob an einem Standort oder bei einer Transaktion ein Problem aufgetreten ist.

Alle Informationen in einer Übersichtskarte – auf einen Blick erkennbar: „alles in Ordnung“.

Alle Informationen in einer Übersichtskarte – auf einen Blick erkennbar: „alles in Ordnung“.

Die Anwendersituation nachvollziehen
Weil immer mehr Applikationen und Services zentral bereit gestellt werden, steigt auch die Anzahl möglicher Fehlerquellen. Es gibt viele Fehlerquellen, die dazu führen können, dass eine Applikation für den Benutzer nicht verfügbar ist. Zum einen ist das der SAP Server, der die Applikation als solche bereitstellt, zum anderen ist das die Infrastruktur, über die der Benutzer auf die Applikation zugreift. Und letztlich gibt es noch den Anwender-PC, der die Applikation aufruft. Wird im Monitoring festgestellt, dass die Applikation reibungslos funktioniert, hat man zugleich auch eine Information darüber, dass der SAP Server funktionieren muss, und damit auch die Netzwerkinfrastruktur.

Viele Fehlerquellen zwischen Anwender und SAP-Server.

Viele Fehlerquellen zwischen Anwender und SAP-Server.

Doch kann diese Art der Überwachung noch deutlich mehr. Da es sich um programmierte und simulierte Abläufe handelt, kann an jedem einzelnen Punkt die Zeit gemessen werden. Dadurch kann nicht nur überprüft werden, ob die Applikation verfügbar ist, sonder auch, in welcher Qualität. Ein Beispiel hierfür wäre ein Webshop, bei dem ein Käufer naturgemäß lange Ladezeiten ungern in Kauf nimmt. Mit End2End-Monitoring kann geprüft werden, wie lange es dauert, um eine Produktseite aufzurufen, sich am Kundenkonto anzumelden oder nach dem gewünschten Artikel zu suchen.

Aufbau eines stabilen End2End-Monitorings
End2End-Monitoring wird oft nur als Aufzeichnung eines Ablaufs angesehen, der immer wieder abgespielt wird. Diese Sicht ist zwar grundsätzlich richtig, da ein Script genau das macht, aber auch nur solange sich der gewohnte Ablauf nicht ändert. Recorder etwa neigen dazu, Mausbewegungen und Klicks an entsprechenden Stellen aufzunehmen. Die Qualität ist meist schlecht, da schon kleinere Verschiebungen dazu führen können, dass der gewohnte Ablauf nicht mehr funktioniert. Um ein stabiles End2End-Script zu programmieren, sollte man sich im Vorfeld folgende Fragen stellen:

  • Wie ist der genaue Ablauf?
  • Welche Fehler können auftreten?
  • Existieren Abweichungen im Ablauf, die keinen Fehler darstellen?
  • Wie kann die Applikation im Fehlerfall sauber beendet werden?
  • Wie kann man am besten auf Elemente zugreifen?
  • Wie lange soll der Aufruf einer Aktion maximal dauern?

Je genauer der Ablauf beschrieben wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, am Ende ein stabiles End2End-Monitoring zu haben. Eine höhere Stabilität wird auch erreicht, wenn man sich an folgende Regeln hält:

  • Prüfung, ob die Applikation bereits läuft
  • Fenster immer maximieren
  • Verwendung von Positionsangaben vermeiden
  • (Soweit möglich) auf Mausklicks verzichten
  • Pixelpunkte nicht als Indikatoren verwenden
  • Ausführung auf mindestens zwei Robots und Korrelation der Ergebnisse, um die Wahrscheinlichkeit von Fehlalarmen zu minimieren

IT-gestützt die Anwendersicht nachvollziehen
Mit End2End-Monitoring kann die Sicht eines Anwenders auf eine Applikation IT-basiert nachvollzogen werden. Durch die Möglichkeit, an jedem Messpunkt die Zeit zu messen, lässt sich nicht nur die Funktion selbst, sondern auch die Qualität der Applikation überprüfen. End2End-Monitoring trägt somit dazu bei, dass Service Level Agreements (SLAs) und Verfügbarkeiten von Applikationen und Services nachgewiesen werden können. Darüber hinaus dient es der Optimierung von Applikationen und Services, was sich positiv auf die Kundenzufriedenheit bzw. Akzeptanz der Anwender auswirkt. Die Qualität des Monitorings selbst ist dabei insbesondere von einer sauberen Planung und Programmierung aller Abläufe abhängig.

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Jens Michelsons - Leiter Consulting ITSM/openITCOCKPIT
Jens Michelsons leitet das Consulting in den Bereichen IT-Servicemanagement und openITCOCKPIT bei it-novum. Als langjähriger Consultant kennt er die Bedürfnisse und Probleme der Kunden genau. Jens ist vertraut mit vielen Open Source-Lösungen für Systemmanagement und Experte für unser Monitoring-Produkt openITCOCKPIT.
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