Storage Management – Datenberge intelligent organisieren

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30.09.2013ǀ ǀ Cloud
Fachbegriffe aus der Geschäftswelt erklären wir in der Wikireihe

Wiki-Artikel

Speicherplatz kann man nie genug haben. Egal, wie überdimensioniert ein Speicher heute noch wirkt, morgen, spätestens übermorgen ist er zu klein. Unternehmen sind von diesem Phänomen noch stärker betroffen als Privatnutzer. Zum einen erzeugen Unternehmen viel mehr Daten, zum anderen können und dürfen sie teilweise auch nicht einfach alte Daten löschen. Wenn der Platz knapp wird, müssen sie aufrüsten. Wie man das auf intelligente Weise schafft, betrachte ich in diesem Beitrag.

Bereits Anfang des Jahres stellte die Digital-Universe-Studie von IDC fest, dass nicht absehbar ist, dass die Datenberge kleiner werden oder wenigstens langsamer wachsen. Zwar sinken auch die Kosten für Speicher, trotzdem ist es für Unternehmen unverzichtbar, nach effizienteren Wegen der Datenspeicherung zu suchen. Ein zentrales Storage Management hilft ihnen dabei, dieses Datenwachstum zu bewältigen und sorgt dafür, dass die Kosten für die Datenspeicherung nicht in demselben Ausmaß wachsen wie die Datenberge.

Statt wie seit Jahrzehnten in jeden Server so viele Festplatten reinzuknallen, dass lokal ausrechend Reserven zur Verfügung stehen, werden die Speicherressourcen bei einem zentralen Storage-Management in einem Pool zusammengeführt. Jeder Anwendung und jedem User wird nur noch so viel Speicher zugeteilt, wie sie tatsächlich benötigen (Stichwort: Over-Commitment und Thin-Provisioning). Außerdem lässt sich der Speicherverbrauch in einer zentralen Storage-Architektur durch Deduplizierung (identische Dateien werden nur einmal angelegt) und Kompression weiter stark reduzieren.

Der Anwender im Unternehmen spürt von alldem davon nichts. Die zentrale Verwaltung des Storage-Pools entlastet aber die IT-Abteilung deutlich. Statt viele Festplatten in zahlreichen Servern zu managen, können die Administratoren alle anfallenden Aufgaben über eine einzige Schaltstelle abwickeln. Benötigt ein Server mehr Speicherplatz, reicht es, den Schieberegler etwas weiter aufzumachen und schon steht der gewünschte Platz zur Verfügung. Auch Datensicherungsaufgaben lassen sich dank Funktionen wie Snapshotting und Remote-Site-Datenspiegelung leicht automatisieren und damit einfach und effizient bewerkstelligen.

Im Vergleich zur dezentralen Speicherverteilung ist auch die Erweiterung eines zentralen Storage deutlich einfacher. Statt eine neue Festplatte in einen bestimmten Server einzubauen, oder gar aufwendig eine alte gegen eine größere Festplatte auszutauschen, muss nur eine weitere Storage-Einheit an das zentrale Storage angeschlossen werden. Der zusätzliche Speicherplatz steht dann sofort für die verschiedensten Verwendungen zur Verfügung. Auch nicht mehr benötigter Speicher lässt sich einfach wiederverwenden: das Ausbauen, Löschen und Wiedereinbauen alter Festplatten fällt weg. Frei gewordener Speicher wird einfach über die zentrale Verwaltung wieder in den Pool zurückgeführt.

Ein Storage-Management-Framework wie OpenAttic eröffnet Unternehmen im Vergleich zu den proprietären Systemen anderer Anbieter zusätzliche Kostenvorteile. Dank der offenen Programmierschnittstellen (APIs) in OpenAttic sind Unternehmen nicht auf die Storage-Lösung eines Anbieters festgelegt, sondern können frei das kostengünstigste Angebot wählen. Schon jetzt lassen sich in OpenAttic die meisten Storage-Systeme kommerzieller Anbieter einbinden. Und sollte Ihres noch nicht dabei sein: OpenAttic ist Open Source – schreiben Sie sich einfach die notwendige API oder fragen Sie uns!

Nachtrag: Das openATTIC-Projekt ist zusammen mit dem Storage-Bereich der it-novum zum November 2016 an SUSE übergegangen. SUSE wird openATTIC zum Management-Frontend für die Verwaltung von Ceph-Clustern weiterentwickeln.

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Unser Infrastrukturbereich umfasst mehr als 30 Mitarbeiter, die sich mit allen Aspekten des Systemmanagements, Servicemanagements und Cloud Computing befassen. Hier liegt auch die Entwicklung und Betreuung unserer Open Source-Projekte openATTIC und openITCOCKPIT entwickeln. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite

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