Software-defined Datacenter: Storage, Computing und Networking

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19.08.2014ǀ ǀ Cloud

Cloud Storage, Smart SDS, Unified StorageNachdem wir uns im ersten Beitrag zur Reihe zu „Software-Defined-Irgendwas“ mit dem Software-Defined Datacenter (SDDC) befasst haben, gehen wir im zweiten Beitrag auf die einzelnen Bereiche des SDDC ein. Dabei handelt es sich um die Themen Storage, Compute und Networking.

Beginnen wir mit Software-Defined Storage. Das „software-basierende“ Speichern hat sich in den letzten Jahren zum dominierenden Bestandteil eines jeden Rechenzentrums entwickelt – entweder weil es ein Bestandteil der angewandten Software-Defined Data Center-Strategie ist oder weil es als probates Mittel eingesetzt wird, um Daten effizient und kostengünstig zu speichern und zu verwalten. Bei Software Defined Storage (SDS) handelt es sich um einen Teilbereich von SDDC, der die Storage-Hardware von der Software trennt, welche die Speicherinfrastruktur verwaltet.

Das heißt, dass es nicht mehr wichtig ist, welche Hardware verwendet wird (günstigen Speicher gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und unterscheidet sich kaum noch voneinander), sondern wie sie mit Software sinnvoll verwaltet wird. Im Idealfall meint Software-Defined Storage, dass Speicherplattformen ohne den bisherigen Konfigurationsaufwand beliebig ausgetauscht oder erweitert werden können. Die Konfiguration findet in der darüber gelegten Software-Schicht statt – was ein Unternehmen ungleich flexibler im Umgang mit seinen Speicherressourcen macht.
Durch Software ist es also möglich, eine software-definierte Speicherumgebung einzurichten, die ein Richtlinienmanagement für Funktionsoptionen wie Deduplizierung, Replikation, Thin Provisioning, Snapshot, Backup etc. zur Verfügung stellt.

In unseren Projekten haben wir die Erfahrung gemacht, dass immer wieder folgende Probleme den Umgang mit Storage betreffend auftauchen:

  • Verwalten/Planen des schnellen Storagewachstums
  • Verwalten/Planen der steigenden Storagekosten
  • Verwalten/Planen der stetig wachsenden Komplexität

Diese Probleme sind für mittelständische Unternehmen und Großunternehmen sehr ähnlich, wenn nicht sogar identisch. Das Verwalten von immer größer werdenden Mengen an Speicherplatz kostet viel Zeit, Aufwand und somit eine Menge Geld… Laut einer Studie von InfoPro sind die größten „Zeitfresser“ im Storage-Umfeld:

  • Storage-Migration
  • Backup-Administration
  • Storage Provisioning
  • Storage Administration
  • Performance und Troubleshooting
  • Design der Storage-Lösung
  • Meetings im Storage-Team
  • Administration der Storage Switche

(The InfoPro Storage Study 1H12 – 451 Research)

Laut InfoPro könnte ca. 75% der Zeit, die ein Storage-Team aufwendet, um den laufenden Betrieb und die Verwaltung zu gewährleisten, automatisiert werden. Warum also nicht automatisieren, indem man Software-Defined Storage einführt?

Die Automatisierung auf Basis eines SDS-Ansatzes hat viele Vorteile:

  • persistente Datenspeicherung ist auf herkömmlicher Hardware möglich (geringere Investition)
  • die Infrastruktur wird service-basiert („easy to handle“)
  • Offene Standards und Schnittstellen (keine Herstellerabhängigkeiten)
  • der Fokus liegt auf der Lösung, nicht auf der technische Plattform (anwendungsorientiert)
  • es ist kein Know-how zu den Infrastrukturdetails notwendig (Transparenz)
  • hohe Skalierbarkeit (Kapazität, Durchsatz, Leistung)
  • Robust (höchste Verfügbarkeit)
  • bessere Auslastung (zweckoptimiert)
  • Block, Datei- und Objektspeicher sind möglich (flexibel)
  • kosteneffizient und hochautomatisiert (ressourcenfreundlich)

Geht man davon aus, dass sich die Datenmengen alle zwei Jahre verdoppeln, werden software-basierte Plattformen schneller als jedes andere Marktsegment im datei- und objektbasierten Storage-Markt wachsen, darunter Lösungen wie openATTIC oder openQRM. Dieses enorme Wachstum ist vor allem auf eine immer größere und vielfältigere Reihe von datenintensiven Anwendungsfällen zurückzuführen. Im nächsten Beitrag werden wir uns daher mit den beiden anderen Aspekten von Software-Defined Storage beschäftigen: Computing und Networking.

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Christoph Weß ist Informatiker und Senior Account Manager. Als „Mann der ersten Stunde“ bei der it-novum berät Christoph seit 1999 Kunden in den Bereichen Systemmonitoring (openITCOCKPIT), Helpdesk-Lösungen (OTRS, IT-Dokumentation (i-doit) und weiteren infrastrukturnahen Themen.
Webprofile von Christoph: XING, Twitter

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