Software-Defined Datacenter, Software-Defined Storage, Software-Defined-xy – was steckt dahinter?

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01.08.2014ǀ ǀ Cloud

Das Software-Defined Datacenter besteht aus den Clouds und der virtualisierten Infrastruktur, Storage, Computing und Network

Das Software-Defined Datacenter

Seit einiger Zeit scheint im Datacenter-Bereich eine neue Epoche angebrochen zu sein. Jeder spricht von Software Defined-„Irgendwas“. Das klingt alles großartig, aber: Um was handelt es sich dabei genau? In dieser Blogreihe versuchen mein Kollege Tom Eggerstedt und ich, etwas Licht in diese Begriffswelt zu bringen.

Fangen wir mit dem Grundbegriff an: Der Zusatz „Software-Defined (SD)“ gibt der Virtualisierungswelt eine ganz neue Dimension. Mit den zwei Buchstaben bzw. Wörtern wird ausgedrückt, dass man über die Bildung von neuen Abstraktionsschichten (Softwareschichten) über die einzelnen, virtualisierten Bestandteile eines Data Centers (Server, Netzwerke, Speicher) neue Möglichkeiten erhält, seine komplette Infrastruktur zentral und ggf. automatisiert zu kontrollieren und zu steuern.

Damit ist bereits der erste Begriff geboren: Software-Defined Data Center. Mit dem SDDC ist der nächste Schritt in Richtung Cloud Computing getan. Denn: der Weg von der klassischen IT-Abteilung zum service-orientierten Data Center wird durch die Einführung von SDDC wesentlich leichter und übersichtlicher. Teile der Infrastruktur können den Kunden über logische Wege zur Verfügung gestellt werden, ohne sie aufwendig physikalisch unterteilen zu müssen.

Das Software-Defined Datacenter besteht aus den Clouds und der virtualisierten Infrastruktur, Storage, Computing und Network

Das Software-Defined Datacenter mit seinen Bestandteilen

IDC sagt über SDDC:

A software-defined data center is „…a loosely coupled set of software components that seek to virtualize and federate datacenter-wide hardware resources such as storage, compute, and network resources…. The goal for a software-defined datacenter is to….make the datacenter available in the form of an integrated service….“
(IDC‘s Worldwide Software-Based (Software-Defined) Storage Taxonomy, 2013)

Ein software-definiertes Data Center hat also den Zweck, die gesamte Infrastruktur eines Rechenzentrums in einer virtualisierten Form zu liefern und diese virtuelle Form als zentralen Service bereitzustellen. SDDC steht also für flexiblere Rechen-, Speicher und Netzwerkdienste, welche die Steuerung des gesamten Datacenters automatisieren.

Über das Software-Defined Data Center bekommt auch der Begriff „Infrastructure as a Service“ (IaaS) eine ganz neue Bedeutung. Aus dieser neuen Struktur sollen sich die folgenden Vorteile ergeben:

  • Kostengünstigere Bereitstellung der Services für Kunden
  • Abstraktion von Hard- und Software
  • zentrale Administration aller möglicher Services
  • Skalierbarkeit
  • Verlagerung der freiwerdenden Ressourcen auf wesentliche Punkte

Bleiben wir noch ein wenig beim Software-Defined Data Center. Genau genommen handelt es sich dabei um einen Oberbegriff, der die folgenden Teilbereiche umfasst:

  • Software Defined Storage SDS (Speicher)
  • Software Defined Compute SDC (Server)
  • Software Defined Networking SDN (Netzwerk)

Jetzt wird klar, dass sich das SDDC aus den Ressourcen bedient, die ihm die drei Bereiche zur Verfügung stellen. Betrachten wir es ein wenig abstrakter: Wichtig ist, dass die unterschiedlichen Bereiche zur Lieferung der Services in der Lage sind, „Befehle“ aus der SDDC-Schicht anzunehmen und zu verarbeiten. Es muss also eine Schnittstelle existieren, die alle Funktionalitäten, die für die Servicebereitstellung nötig sind, abdecken kann und möglichst „State-of-the-Art“ ist. Einige Hersteller arbeiten derzeit fleißig daran, weil häufig eine komplette Überarbeitung der Schnittstelle nötig ist. Andere dagegen entwickeln das Front-End aus den Funktionalitäten der API heraus und sind daher um ein Vielfaches flexibler.

In den nächsten Beiträgen beschäftigen wir uns genauer mit den drei Aspekten von Software-Defined Data Center: Speicher, Server und Netzwerk.

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Christoph Weß ist Informatiker und Senior Account Manager. Als „Mann der ersten Stunde“ bei der it-novum berät Christoph seit 1999 Kunden in den Bereichen Systemmonitoring (openITCOCKPIT), Helpdesk-Lösungen (OTRS, IT-Dokumentation (i-doit) und weiteren infrastrukturnahen Themen.
Webprofile von Christoph: XING, Twitter

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