SDS – damit Storage nicht zur Sisyphusarbeit wird

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24.06.2015ǀ ǀ Cloud
Storage Management kann wahre Sisyphos-Arbeit sein

Storage Management kann wahre Sisyphos-Arbeit sein

Die Datenflut bringt immer komplexere Storage-Anforderungen mit sich und stellt IT-Verantwortliche damit vor immer größere Herausforderungen. Ich denke: Althergebrachte proprietäre Hardware-Systeme werden bald an ihre Grenzen stoßen — mit “mehr Blech” kommt man irgendwann nicht mehr weiter. Vielmehr sind in Sachen Storage bessere Auslastung und größere Flexibilität gefragt. Beides bietet Software-defined Storage (SDS).

Viele Unternehmen setzen immer noch auf Storage-Systeme, die auf eigens entwickelter, proprietärer Hardware und in sich geschlossenen Betriebssystemen basieren. Erweiterungen der Hardware und der Funktionalitäten sind folglich sehr kostspielig, die Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt und der Betrieb aufwendig. Häufig ist es so, dass nur kurz nach einer Investition schon die nächste Ausgabe getätigt werden muss. Und die ist oft sogar mit einem Hardwareaustausch verbunden.

Man versucht mit den rasant steigenden Datenmengen Schritt zu halten und erschafft unflexible, proprietäre Feature- und Kapazitätsmonster. Meiner Meinung nach eine Sisyphusarbeit – ohne absehbares Ende, aber verbunden mit enormem Verwaltungsaufwand und hohen Kosten.

Die gute Nachricht: Es gibt eine Lösung, die Unternehmen die nötige Flexibilität für die Datenmengen der Zukunft bietet: Software-defined Storage (SDS).

Software-definierte Lösungen als zentrale Speichersysteme
Die Entwicklung weg von proprietären Hardware-Systemen hin zu offenen, software-definierten Lösungen hat mit SDS nun auch die zentralen Speichersysteme erreicht. So können Datenspeicherung und -verwaltung von den darunter liegenden Hardwaresystemen abstrahiert werden. Hardware und Software existieren als vollständig getrennte Instanzen nebeneinander. Der physisch vorhandene Speicher wird als Hardwarepool und hypervisor-unabhängige Ressource behandelt. So wird die Verwaltung von Speicherlandschaften möglich, die den stark wachsenden Datenmengen gerecht werden. Darüber hinaus bietet SDS ein zentrales Management über eine grafische Benutzeroberfläche und auch zukünftige Hardware-Technologien können problemlos genutzt werden.

Dank SDS immer auf Augenhöhe mit der Datenflut
Es gibt meines Erachtens weitere gute Gründe SDS proprietären Storage-Systemen vorzuziehen:
So eröffnet SDS erstmals die Möglichkeit, die Hardwareressourcen selbst auszuwählen und dabei z. B. auf energiesparende Modelle zu setzen. Die Modelle der konventionellen Anbieter sind meist starr und ohne große Auswahlmöglichkeiten — was dazu führt, dass teure Ressourcen oft gar nicht oder nur schwach ausgelastet sind. Mit SDS dagegen lassen sich konvergente, hochverfügbare Systeme aufsetzen, z. B. indem die Funktionalitäten „Storage“ und „Virtualisierung“ auf nur einer Hardwareplattform zusammengebracht werden (Converged Storage). So werden Hardwareressourcen eingespart und der Aufwand für Energie (Kühlung, Strom, Wartung) und Raum bzw. Platz im Rack minimiert.

Einen weiteren Vorteil bietet SDS in den Bereichen vertikale Skalierung (Scale-up – Hinzufügen von Ressourcen zu einem Knoten) und horizontale Skalierung (Scale-out – Hinzufügen weiterer Knoten). Zudem befähigt es durch die offenen Schnittstellen zu umfangreichen Integrationsmöglichkeiten (z. B. Automatisierungslösungen). Zukünftig wird SDS wohl als Service angesehen, der einfach „gebucht“ werden kann. Sollen die Daten doch kommen, ausreichend Storage steht on demand zur Verfügung.

SDS ist die Storage-Technologie der Zukunft
Fazit: SDS bietet eine bessere Auslastung von Ressourcen, geringere Speicherkosten, mehr Flexibilität beim Sizing, höhere Leistung und Zeiteinsparung bei den Routineaufgaben. Ich denke daher, dass SDS schon in Kürze die Storage-Technologie sein und proprietäre Lösungen abgelöst haben wird. Wir beobachten, dass selbst Hersteller geschlossener Systeme allmählich zur Vermarktung von SDS-basierten Lösungen übergehen.

Oft heißt es, SDS-Technologien seien in der Konfiguration komplexer – und das ist nicht ganz unbegründet. Hier muss jedes Unternehmen selbst entscheiden, ob es diesen Nachteil zugunsten einer wesentlich größeren Flexibilität in Kauf nehmen möchte. Anbieter proprietärer Systeme vermitteln einem häufig eine trügerische Sicherheit. Deshalb ist es wichtig, bei der Einführung und dem Betrieb mit verlässlichen Partnern zu arbeiten, die auch ausreichende Supportleistungen anbieten.

Ist Software-defined Storage möglicherweise eine Lösung für Ihr Unternehmen? Haben Sie bereits erste Erfahrungen gesammelt? Oder haben Sie noch Vorbehalte? Ich freue mich auf den Austausch in den Kommentaren!

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Christoph Weß, Account Manager
Christoph Weß ist Informatiker und Senior Account Manager. Als „Mann der ersten Stunde“ bei der it-novum berät Christoph seit 1999 Kunden in den Bereichen Systemmonitoring (openITCOCKPIT), Helpdesk-Lösungen (OTRS, IT-Dokumentation (i-doit) und weiteren infrastrukturnahen Themen.

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