Rückblick auf den Ceph Day in München

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Ceph Day Munich

Ceph Day Munich

Ende September war ich eingeladen, auf dem Ceph Day in München den aktuellen Stand der Entwicklung von openATTIC und der Ceph-Funktionalitäten vorzustellen. Eine gute Gelegenheit, um sich mit der Ceph Community auszutauschen und Neues über die verschiedenen Projekte zu erfahren.

Patrick McGarry (Director Ceph Community bei Red Hat) gab einen ausführlichen historischen Überblick über die Wurzeln von Ceph und wie das Projekt sich im Laufe der Jahre entwickelt hat. Ich finde es bemerkenswert, dass sich die Ceph-Entwickler früh dafür entschieden haben, Ceph als „echtes“ Open-Source-Projekt umzusetzen: indem als Lizenz die LGPL gewählt wurde und das Urheberrecht mit allen Mitwirkenden über den „Developer Certificate of Origin“-Prozess geteilt wird, der von der Linux-Kernel-Community etabliert wurde.

Eine ähnliche Richtung haben wir letztes Jahr auch für unser openATTIC-Projekt eingeschlagen. Für uns steht der Community- und Kollaborationscharakter im Vordergrund und Interessierte sind herzlich eingeladen, sich am Entwicklungsprozess zu beteiligen. Beeindruckend an Patricks Vortrag war auch, einen Einblick in die verschiedenen Metriken zu erhalten, die das Ceph-Projekt über seine verschiedenen Aktivitäten erfasst.

Patricks McGarry stellte die Metriken des Ceph-Projektes vor. Ceph Day Munich

Patricks McGarry stellte die Metriken des Ceph-Projektes vor

Testautomatisierung und High-Performance Ceph Cluster
In seinem Vortrag „Testautomatisierung für iSCSI und VMware“, gab Joshua Schmid, Software-Entwickler bei SUSE, einen Überblick über ein Perl-basiertes Simulator-Framework zum Testen von Auslastung, Fehlern und grundlegenden Aktionen – alles Faktoren, die in einer realen VMware-/ iSCSI-/ Ceph-Umgebung auftreten können. Diese Tests haben dabei geholfen, eine Reihe von Fehlern in der iSCSI-Implementierung für Ceph aufzudecken. Die Wahl von Perl war etwas überraschend für mich, ist aber auf das Fehlen eines VMware-SDK für „modernere“ Sprachen zurückzuführen.

Der Beitrag von Gert Pauwels von Intel zur Bereitstellung von kostengünstigen und High-Performance Ceph Clustern war meiner Meinung nach etwas zu werblich, da die Intel-eigenen Produkte stark im Fokus standen. Es war dennoch interessant, mehr über Intels Pläne zu erfahren, was die Weiterentwicklung von Speichertechnologien (SSD, NVMe, etc.) und allgemein die Vision bzgl. der Speicherhierarchien von morgen betrifft.

In meinem Vortrag stellte ich openATTIC vor und den aktuellen Stand unserer Entwicklungen im Bereich Ceph Cluster Management bzw. Frontend. Meine Präsentation „Ceph and Storage Management with openATTIC“ ist auf Slideshare zu finden.

Nachtrag: Das openATTIC-Projekt ist zusammen mit dem Storage-Bereich der it-novum zum November 2016 an SUSE übergegangen. SUSE wird openATTIC zum Management-Frontend für die Verwaltung von Ceph-Clustern weiterentwickeln.

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Lenz Grimmer ist Team Lead Product Management & Development für unsere Software-Defined Storage-Plattform openATTIC. Lenz ist seit seinem Informatikstudium Mitte der neunziger Jahre mit dem Linux/Open Source Virus infiziert und seitdem im Linuxbereich unterwegs: als Entwickler für SUSE Linux und MySQL AB, als Community Relations Manager für MySQL und als Product Manager für die Oracle Linux Distribution und die Sync & Share – Lösung TeamDrive. Als openATTIC Product Manager unterstützt Lenz bei der Weiterentwicklung von openATTIC und dem Ausbau des Anwender- und Kundenkreises.

Webprofile von Lenz: Blog, Google+, XING.

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