Operational Technology: IT und OT rücken zusammen

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07.09.2016ǀ ǀ Open Source

Operational Technology und Information Technology nähern sich einander an

Nähern sich an: Operational Technology und Information Technology

In der Vergangenheit hatten die klassische IT und der Bereich Operational Technology verschiedene Aufgaben im Unternehmen zu bewältigen. Dabei gab es kaum Berührungspunkte. Durch das Internet der Dinge rücken nun beide Bereiche zusammen und sollen sich gemeinsam um die Anforderungen im digitalen Unternehmen kümmern. Open Source-Lösungen können durch ihre Flexibilität Brücken zwischen den zwei Bereichen bauen.

Laut einer Schätzung von IHS wird die Zahl der internetfähigen Geräte im industriellen Automatisierungsbereich von 2012 bis 2025 um mehr als das Fünfzigfache steigen, und zwar mit einer durchschnittlichen, jährlichen Wachstumsrate von 36,3 Prozent. McKinsey erwartet, dass die intelligente Vernetzung von Geräten und Maschinen über das Internet einen weltweiten wirtschaftlichen Mehrwert von bis zu 11 Billionen Dollar im Jahr 2025 schaffen kann. Dies entspräche dann rund 11 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Dabei wird das Internet der Dinge (IoT) aber nicht nur klassische Produktions- und Industriebetriebe vor neue Herausforderungen stellen, sondern auch ganz andere Bereiche, wie etwa Städte, die an der Vernetzung arbeiten, den Gesundheitssektor, den Handel und den Bereich Fahrzeuge und Navigation sowie alle Unternehmen, die im Thema „Smart Home“ aktiv sind.

Den Grenzbalken aufmachen
Mit diesen Veränderungen geht einher, dass die bislang klare Trennlinie zwischen IT und Operational Technology (OT) zunehmend verwischt und beide Bereiche nahtlos ineinandergreifen müssen. In vielen Unternehmen ist der Grenzzaun zwischen beiden allerdings noch sehr hoch. Denn klassische OT-Teams haben in der Vergangenheit mit geschlossenen Systemen gearbeitet. IT-Teams wiederum haben in der Regel wenig Erfahrung mit industriellen Systemen. Beide Bereiche arbeiten noch eher nebeneinander als miteinander. Ein Beispiel: Produktionsdaten werden in vielen Unternehmen nicht in die Unternehmenssysteme integriert. Genau diese Integration aber ist notwendig, sollen mit den neuen technischen Möglichkeiten nicht nur Risiken einhergehen, sondern auch Chancen auf neues Geschäft und auf effizientere (Fertigungs-)Prozesse. Unternehmen, deren Produktionsdaten etwa mit modernen Big Data Systemen verarbeitet und analysiert werden, können auf Basis dieser Daten zum Beispiel gezielt Produktivitätsverbesserungen durchführen.

Gegenseitige Abhängigkeit
Tatsache ist, die Internet-Konnektivität der Geräte nimmt kontinuierlich zu; die ursprünglich geschlossenen Systeme werden zu offenen Systemen. IoT wird zum Alltag und damit auch die Überschneidung von IT und OT. Während OT-Teams sich die in der IT bereits bewährten Lösungen zunutze machen können, wird der Blick der IT zunehmend auch auf die große Menge an IoT-Geräten fallen, die untereinander kommunizieren und Daten austauschen, ohne, dass Menschen involviert wären.

Gefahren und Chancen
In der öffentlichen Diskussion dominieren derzeit häufig eher die Risiken, die das IoT birgt. Berichte von gehackten Autos zeigen auf, womit die Verantwortlichen umzugehen lernen müssen. Die Gefahren, die von gehackten Maschinen ausgehen, sind vielfältig und ernst zu nehmen: von Datenlecks und Produktionsausfällen angefangen bis zu fremd-kontrollierten oder -beeinflussten Systemen. In der Lebensmittelproduktion etwa kann die Fehlfunktion einer Maschine fatale Folgen haben. Andererseits bringt die Technologie auch neue Geschäftschancen und viele Möglichkeiten der Serviceverbesserung und Kostenreduktion. Nur ein Beispiel: Wenn Software-Updates im Auto automatisch eingespielt werden können, spart sich der Besitzer den Besuch in der Werkstatt.

Daten in Echtzeit analysieren
Vor allem die Daten, die die vernetzten Geräte und Maschinen erzeugen und übermitteln, sind wertvoll für die Unternehmen. Moderne Big Data-Lösungen sind in der Lage, die Daten unterschiedlichster Quellen in Echtzeit zu analysieren. Damit können einerseits Probleme schneller erkannt und somit auch vermieden oder gelöst werden. Andererseits können Langzeittrends identifiziert und Produkte auch entsprechend angepasst werden. Geschwindigkeit und Flexibilität sind also zentrale Faktoren für den Erfolg im IoT-Zeitalter. Dabei lohnt sich auch ein Blick auf Open Source Strategien und Lösungen. Deren Skalierbarkeit, niedrige Kosten und offenen Standards sind bewährte Vorteile, die sich beim Zusammenrücken und Integrieren von IT und OT gut nutzen lassen.

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Michael Kienle – Geschäftsführer

„Open Source gehört in die Business-Welt und nicht in die Technologieecke“ – die Auffassung von Open Source als Business-Thema hat Michael Kienle maßgeblich mitentwickelt. Als ehemaliger Chief International Officer für die Open Source Business Foundation und Geschäftsführer eines SAP- und Open Source-Beratungsunternehmens gehört Michael zu den führenden Köpfen in der Open Source-Welt.

Webprofile von Michael: Twitter, XING, LinkedIn

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