Frischer Wind in der Cloud

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13.05.2013ǀ ǀ Cloud
Frischer Wind in der Cloud: Neues Release von openATTIC

Frischer Wind in der Cloud: Neues Release von openATTIC

Der Bereich Cloud-Management wird von Open Source Projekten beherrscht. Bis heute kann keine proprietäre Software mit den innovativen Ansätzen und der Verbreitung von Projekten wie OpenStack, openNebula und openQRM mithalten. Das bestätigt sich, wenn man die Supporter hinter den Projekten betrachtet: Großkonzerne wie IBM und HP beteiligen sich an der Entwicklung von OpenStack. Datacenter-Betreiber wie Telefonica und RIM setzen auf openNebula. Die Liste kann fast beliebig weiter geführt werden. Neben diesen zentralen Projekten gibt es unzählige Tools, die der „Open Source Cloud“ zuarbeiten und insbesondere in den letzten Wochen mit vielen Neuerungen auf sich aufmerksam machten. Auch unser Storagemanagement-Projekt openATTIC, das durch den zentralen Management-Ansatz und die offene API den Storage-Teil einer Cloud abbilden kann, wird im Mai viele Innovationen und erweiterte Funktionalitäten vorstellen.

Doch zunächst eine Rückblende der Ankündigungen, die für uns als openATTIC-Maintainer besonders interessant waren:

20.03.2013 – Netgear setzt auf BTRFS

Das recht neue Dateisystem BTRFS gilt aktuell noch nicht als stable. Unsere Tests verliefen äußerst positiv und vielversprechend. Dennoch wird es sicherlich einige Zeit dauern, bis das Dateisystem ausreichende Zuverlässigkeit bewiesen und vor Allem die Akzeptanz der Anwender erreicht hat. Die Entscheidung von Netgear das Dateisystem in einigen Serien ihrer NAS-Systeme einzusetzen ist in meinen Augen ein wichtiger Schritt für die Verbreitung des neuen Standards.

27.03.2013 – ZFS wird stable

Ursprünglich von SUN für das Betriebssystem Solaris entwickelt und später auch auf FreeBSD portiert, ist ZFS in diesem Umfeld längst als funktionsreiches Dateisystem etabliert. Die Portierung auf Linux-basierte Betriebssystem hat jedoch auf sich warten lassen. Vorreiter war hier das Projekt “ZFS on FUSE”, das jedoch durch sein Design mit Performance-Nachteilen zu kämpfen hatte. Mit dem jetzt als stable veröffentlichten Projekt “ZFS on Linux” steht erstmals auch unter Linux eine Variante von ZFS zur Verfügung, die zwar nicht im Kernel gepflegt, aber im Kernel integriert ist.

25.04.2013 – Neues Release von Ubuntu

Mit der Version 13.04 (“Raring Ringtail“) stellen die Maintainer von Ubuntu mal wieder ihre Termintreue gegenüber dem Release-Zyklus unter Verweis. Neben vielen Aktualisierungen im Desktop-Umfeld, setzt die neue Version auf einen aktuellen Kernel und unterstützt von Haus aus die aktuelle Version der Cloud-Software OpenStack (2013.1, “Grizzly”).

04.05.2013 – Debian Wheezy wird stable

Lange wurde dieses Release erwartet. Die Debian-Community ließ sich für „Wheezy“, das als Version 7.0 veröffentlicht wird, mehr als 2 Jahre Zeit. Im Vergleich zu Ubuntu wirkt Debian mit den langen Release-Zyklen und teilweise älteren Versionsständen fast schon konservativ. Auch wenn Ubuntu ursprünglich auf Debian basiert. Bei einem genaueren Blick hat sich die Wartezeit aber gelohnt. Die eingesetzten Versionen der einzelnen Pakete versprechen einen sehr stabilen Server-Betrieb. Und durch den Ausbau der Virtualisierungstechnologien und die Integration von OpenStack hat nun auch Debian den „Sprung in die Wolken“ geschafft.

Ankündigung: Neue Version von openATTIC

Aus Sicht des openATTIC-Teams waren all diese Punkte Ansporn und Wegbereiter zugleich. Speziell hier passt der Titel meines aktuellen Blogbeitrags. Denn Ende Mai weht auch bei openATTIC  ein „frischer Wind“: Im Rahmen des open IT Summits, das am 22. und 23. Mai parallel zu den Linuxtagen in Berlin stattfinden wird, stellt das Team mit openATTIC 1.0 die erste Stable-Version der Community Edition vor. Auf Grund des starken Funktionszuwachses der letzten Monate war bislang nur in der Enterprise- und Appliance-Edition eine Stable-Version verfügbar. Nicht zuletzt die oben aufgeführten Neuigkeiten anderer Projekte haben uns veranlasst den sogenannten „Feature-Freeze“ bis vor einigen Wochen aufzuschieben.

Über die neuen Funktionen und Erweiterungen werden wir in den nächsten Tagen per Twitter und natürlich ab dem 22.05. auf unserer Projekt-Webseite http://www.open-attic.org informieren. Ich möchte in diesem Blog bewusst nicht auf alle Neuigkeiten eingehen. Nur eines möchte ich vorwegnehmen: Neben dem Ausbau des Funktionsumfangs stand vor allem die vereinfachte Installation und Benutzung im Vordergrund der Entwicklung. Neben dem frisch veröffentlichten Betriebssystem Debian Wheezy wird openATTIC ab dem Release auch für andere Distributionen verfügbar sein. So bieten wir in einem Repository vorbereitete Pakete für Ubuntu, sowie den Univention Corporate Server 3.1 an. Andere Distributionen, auch mit RPM-basierten Paketmanagern wie Fedora und SuSE, werden in den nächsten Versionen folgen. In diesem Repository finden sich neben openATTIC auch die Pakete für zugrundeliegende Tools, die nicht in dem Paketmanager der einzelnen Distributionen enthalten sind. Somit wird auf allen Plattformen eine einfache Installation inklusive der Abhängigkeiten möglich.

Außerdem wird ab dem 22.05. ein Installationsdatenträger in Form eines CD-Images auf der Projekt-Webseite zum Download bereitstehen, mit dem eine Testinstallation assistentengeführt in wenigen Schritten möglich ist. Noch einfacher kann ein Test über das dann bereitgestellte VM-Image durchgeführt werden, das in einer für VMware und VirtualBox vorbereiteten virtuellen Maschine eine vollständige openATTIC-Installation enthält.
Aber auch ganz ohne technischen Aufwand kann man sich zukünftig einen Eindruck des Funktionsumfangs von openATTIC machen. Auf der Webseite http://www.open-attic.org steht ab dem Release eine Online-Version bereit, in der man Web-Oberfläche und Basis-Funktionen jeder Zeit in einer Demo-Umgebung testen kann.

Passend zu diesen neuen Distributionswegen werden ebenfalls viele „Perfect Server Guides“ veröffentlicht, in denen die Installation von openATTIC auf den unterschiedlichen Wegen detailliert beschrieben ist. Außerdem geben die Entwickler von openATTIC in diversen Blog-Einträgen, Videos und HowTos einen tiefen Einblick in die technischen Hintergründe, Best Practices und den ein oder anderen bislang nicht dokumentierten Performance- oder Funktions-„Tweak“.
Natürlich wird das Team von openATTIC nicht nur auf der Webseite und in den Social Media Kanälen über die Neuerungen sprechen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen den Messestand der it-novum (Halle 6.3, Stand 100) auf dem open IT Summit zu besuchen und dort direkt mit dem openATTIC-Team ins Gespräch zu kommen. Neben der Präsentation am Messestand wird openATTIC auf dem Summit auch das Thema meines Vortrags „Storage Management in der Cloud“ sein, der am 23.05.2013 um 15:00 stattfindet.

Sie möchten uns auf dem open IT Summit besuchen oder an einem der vielen informativen Vorträgen teilnehmen? Unter allen „ReTweetern“ unserer Projekt-News mit dem Hashtag #NewReleaseOA verlosen wir Tagestickets, die sowohl für das open IT Summit, als auch für den parallel stattfindenden Linuxtag gültig sind. Bitte senden Sie hierzu den Link zum ReTweet an info@open-attic.org. (Verlosung gilt nur solange der Vorrat reicht)

Nachtrag: Das openATTIC-Projekt ist zusammen mit dem Storage-Bereich der it-novum zum November 2016 an SUSE übergegangen. SUSE wird openATTIC zum Management-Frontend für die Verwaltung von Ceph-Clustern weiterentwickeln.

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Steffen Rieger - Director Infrastructure & Operations
Steffen Rieger leitet den Bereich Infrastruktur bei it-novum. Das umfasst den strategischen Vertrieb von Open Source Datacenter-Lösungen, den Betrieb der Rechenzentren der Konzerngruppe sowie die Leitung diverser operativer Teams.

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