Open Source: wissen, was wie und warum geschieht

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11.03.2014ǀ ǀ Nachgefragt
Georg Schönberger, Thomas-Krenn.AG

Georg Schönberger, Thomas-Krenn.AG

Für unsere Blogserie „Nachgefragt“ beantwortet uns heute Georg Schönberger von der Thomas-Krenn.AG einige Fragen:

Wer bist du und was verbindet dich mit Open Source?
Mein Name ist Georg Schönberger und ich arbeite seit zwei Jahren in der „Linux“-Abteilung der Thomas-Krenn.AG. Wir kommen bei uns in der österreichischen Außenstelle „Web Operations & Knowledge Transfer“ gleich an mehreren Stellen mit Open Source in Kontakt. Wir sind für den Betrieb eines Hochverfügbarkeits-Clusters auf Linux-Basis zuständig, schreiben Monitoring-Plugins zur Überwachung unserer Systeme und dokumentieren Lösungswege für technische Probleme im Thomas-Krenn-Wiki.

Die Vorteile von Open Source habe ich vor allem während meines Studiums „Sichere Informationssysteme“ schätzen gelernt. Im IT-Sicherheits-Umfeld hat Open Source Tradition, denn man will genau wissen, was wie und warum etwas geschieht. Einen Blick in den Quellcode zu werfen, ist in diesem Zusammenhang unerlässlich und erleichtert es einem, Probleme zu finden und zu analysieren.

Was bedeutet für dich Open Source?
Zwei wichtige Punkte schätze ich an Open Source – Transparenz und Vielfältigkeit. Ersteres gibt einem die Möglichkeit, Dinge zu verbessern oder von ihnen zu lernen. Diese Tatsache führt unweigerlich dazu, dass andere an einem Projekt mitarbeiten. Der Gedanke, mein Wissen mit anderen transparent zu teilen, damit diese zu meinen Überlegungen beitragen, ist für mich ein zentraler Gesichtspunkt von Open Source. Je mehr Menschen sich aktiv beteiligen und sich miteinander austauschen, desto besser!

Wie sieht ein normaler Arbeitstag für dich aus?
Der erste Blick im Büro wandert auf unser Kanban-Board. Auf diesem hängen mit Magneten befestigte Aufgaben-Karten für die aktuelle Arbeitswoche. Sie geben mir und meinen Team-Mitgliedern einen Überblick darüber, was gerade zu tun ist. Die Schwerpunkte liegen natürlich auf der Betreuung unserer IT-Infrastruktur, aber auch die Wissensweitergabe über unser Wiki kommt nicht zu kurz.

Was war bisher dein spannendstes Projekt?
Ein spannendstes Projekt kann ich für mich selbst schwer herauskristallisieren. Es ist vor allem die Vielfältigkeit der Projekte, die mich begeistert. Ein Highlight möchte ich trotzdem hervorheben: das Redesign und die Hardware-Erneuerung unseres Clusters. Ich hatte mit „TKperf“ kurz zuvor an einer Open Source Software zum Testen von Solid-State-Drives (SSDs) gearbeitet. TKperf war uns durchaus eine Entscheidungshilfe für die Auswahl der SSDs, da wir detaillierte Tests der Hardware hatten. Bezüglich Software blieben wir Open Source auch treu – DRBD, Software RAID und Linux Container sind zentraler Bestandteil unserer Lösung.

Wie wird sich die Open Source-Welt deiner Meinung nach in den nächsten Jahren wandeln?
Ich bin der Ansicht, dass im privaten Segment mobile Geräte mittlerweile traditionelle PCs abgelöst haben. Auch wenn viele mobile Applikation umgangssprachlich „gratis“ verwendet werden können, würde ich mir wünschen, dass auch bezüglich Apps und Android Open Source Alltag wird.

Für eine zentrale Triebkraft der Open Source Welt – den Linux-Kernel und darauf aufbauende Distributionen – denke ich, dass die Kräfte noch mehr gebündelt werden. Das sich Linux entscheidend am Desktop durchsetzt, wird in meinen Augen weiter Wunschdenken bleiben. Es sollte aber unabhängig von der Hardware jedem selbst überlassen werden, was für ein Betriebssystem er einsetzen will.

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Steffen Rieger - Director Infrastructure & Operations
Steffen Rieger leitet den Bereich Infrastruktur bei it-novum. Das umfasst den strategischen Vertrieb von Open Source Datacenter-Lösungen, den Betrieb der Rechenzentren der Konzerngruppe sowie die Leitung diverser operativer Teams.

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