Open Source für die öffentliche Verwaltung – 4: Dienstleisterauswahl

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11.05.2017ǀ ǀ Open Source
Grenzenlose Freiheit dank offener Technologien

Grenzenlose Freiheit dank offener Technologien

Im vierten und letzten Teil unserer Blogserie über Open Source in der öffentlichen Verwaltung geht es uns darum, welche Voraussetzungen eigentlich ein Dienstleister mitbringen muss, damit er ein Open-Source-Projekt in der Verwaltung zu einem erfolgreichen Abschluss bringen kann. Zudem ziehen wir ein Fazit: Was kann Open Source als Enabler-Technologie in der öffentlichen Verwaltung wirklich leisten?

Kompetente Unterstützung
Open-Source-Software (OSS) eröffnet einer Organisation durch ihre Flexibilität natürlich viele neue Möglichkeiten. Allerdings gilt: Ein hoher Freiheitsgrad braucht auch eine kompetente Umsetzung und Betreuung. Es kann auch vorkommen, dass die geforderte Lösung erst durch einen Dienstleister auf Grundlage der gewählten Open-Source-Plattform aufgebaut werden muss. Der große Vorteil eines solchen umfassenden Customizings ist natürlich, dass der Auftraggeber am Ende mit einer besseren – weil wirklich bedarfsgerechten – Lösung dasteht (und das zu deutlich niedrigeren Kosten als bei einem kommerziellen System).

Sicherlich kann die IT-Abteilung einer Kommune und einer Landes- oder Bundesbehörde einen Teil der OS-Projekte selbst stemmen, aber sobald es komplexer wird, ist die öffentliche Verwaltung (wie übrigens auch jedes privatwirtschaftliche Unternehmen) meist gut beraten, sich professionelle Unterstützung zu suchen. Wenn eine Kommune ein großes Projekt in Angriff nehmen möchte – etwa flächendeckend von MS Exchange auf eine Open-Source-Groupware wie Zarafa zu wechseln –, wird dies ohne Unterstützung durch einen geeigneten Dienstleister kaum funktionieren.

Anforderungen an den Dienstleister
Was zeichnet aber einen guten Dienstleister aus? Einen, der sich als Partner für ein Open-Source-Projekt anbietet und mit dem man idealerweise auch einen Wartungsvertrag für die Zeit nach der Entwicklung und Implementierung schließt. Die technische Expertise im Open-Source-Bereich ist natürlich unerlässlich.

Oft wird in den Projekten in der öffentlichen Verwaltung aber auch die Integration neuer Open-Source-Lösungen in die bestehende IT-Landschaft eine große Rolle spielen. Dazu braucht es auch einen Blick für die übergreifenden Prozesse in der Verwaltung, die ggf. ebenfalls zu integrieren sind. Generell ist ein Dienstleister vorteilhaft, der sich in dem besonderen Umfeld der öffentlichen Verwaltung auskennt. Dazu zählt ein grundlegendes Verständnis für Verwaltungsarbeit und Vorgangsbearbeitung ebenso wie ein grober Überblick über die relevanten Vorschriften. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass der Dienstleister mit etlichen seiner Ideen und Verbesserungsvorschlägen schlicht an den geltenden gesetzlichen Bestimmungen scheitert.

Das Fazit: Open Source als Enabler-Technologie
Open-Source-Lösungen sind eine Realität, auch für die öffentliche Verwaltung. OSS ist da, sie ist ausgereift, und sie ist in unzähligen Unternehmen und auch in immer mehr Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung erfolgreich im Einsatz. Dabei sind nicht selten Anpassungsfähigkeit und Zuverlässigkeit wichtigere Gründe für Open Source als das bloße Lizenzkostenargument. Wenngleich auch die Kosten für den OS-Dienstleister oft weit niedriger sind, als das, was die Verwaltung für entsprechende Lizenzsoftware aufzuwenden hätte.

Und Open-Source-Lösungen weisen zugleich den Weg in eine digitalisierte Zukunft, schon weil der Open-Source-Ansatz Innovationen befördert. Man denke nur an die positiven Effekte offener Ökosysteme, wie es beispielsweise Google mit Android geschaffen hat – das sich seinerseits auf Linux stützt.

Flexibilität, Businesstauglichkeit, Integrationsfähigkeit und auch ihre günstige Kostenstruktur sprechen für Open-Source-Software. Aus Sicht der öffentlichen Verwaltung gilt es ebenso wie aus Sicht der Privatwirtschaft: Open Source ist eine leistungsfähige und individuell anpassbare Enabler-Technologie, die Organisationen dazu befähigt, ihre Ziele im Rahmen der Digitalen Transformation zu erreichen.

Wie öffentliche Behörden von den Vorteilen offener Technologien profitieren, erfahren Sie auch in unserem 15-seitigen Ratgeber mit vielen Praxisbeispielen.

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Michael Kienle - Geschäftsführer
„Open Source gehört in die Business-Welt und nicht in die Technologieecke“ – die Auffassung von Open Source als Business-Thema hat Michael Kienle maßgeblich mitentwickelt. Als ehemaliger Chief International Officer für die Open Source Business Foundation und Geschäftsführer eines SAP- und Open Source-Beratungsunternehmens gehört Michael zu den führenden Köpfen in der Open Source-Welt.
Webprofile von Michael: Twitter, XING, LinkedIn

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