Landschaftsverändernd. Open Source als Enabler der digitalen Transformation

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Die digitale Transformation verändert die gesamte IT-Landschaft

Die digitale Transformation verändert ganze Unternehmenslandschaften

Die digitale Transformation hat schon lange begonnen. Digitale Technologien – soziale Medien, Mobilkommunikation, Interaktion in Echtzeit – durchdringen den privaten und geschäftlichen Alltag und verändern im Eiltempo ganze Branchen. 2020 werden daher 80 % der Wertschöpfungsketten einen hohen Digitalisierungsgrad aufweisen, sagt PWC voraus. Was bedeutet das für die Unternehmenswelt konkret?

Nahezu jede Branche wird sich dieser Entwicklung anpassen müssen. Unternehmen, die auch in Zukunft erfolgreich sein wollen, werden nicht daran vorbeikommen, sich auf strategischer und operativer Ebene mit den Veränderungen in ihren Märkten, in den Lebens- und Arbeitswelten ihrer Kunden auseinanderzusetzen und digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, die für ihre Anforderungen und ihre Kunden funktionieren.

Das ist für traditionelle Unternehmen wesentlich schwieriger als für die viel zitierten Newcomer, wie etwa den Fahrdienst-Vermittler Uber, der seine Branche frontal angreift und das über Jahrzehnte kaum agile Taxigeschäft völlig zu verändern droht. Uber und alle vergleichbaren Unternehmen machen sich die digitale Transformation zu Nutze und setzen auf Datenaustausch in Echtzeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mittel- bis langfristig aber wird es nahezu jede Branche treffen – Geschäftsmodelle und Wertschöpfungen werden früher oder später teilweise oder komplett digital; damit einher werden wesentliche und zugleich kritische Veränderungsprozesse gehen.

In Unternehmen sind die drei wesentlichen Stakeholder in Sachen digitale Transformation die Führungsebene (CxO), die IT-Abteilung und natürlich die Endnutzer. Die rapide Veränderung der Anforderungen der Anwender hin zu besserem Service, transparenten und kostengünstigen Angeboten sowie einer schneller und einfacheren Interaktion mit Unternehmen fordert vor allem die Unternehmenslenker. Sie müssen sich mit der digitalen Transformation eingehend beschäftigen und eine Wettbewerbsvorteile generierende User-Experience erzeugen. Die Kunden treiben die Entwicklung voran. Daher ist es wichtig, sich den notwendigen Fragen zu stellen: Was wollen die heutigen Endkunden? Wo unterscheidet sich die Konkurrenz und wie will man selbst Alleinstellungsmerkmale schaffen und die Positionierung schärfen?

IT greift aktiv in die Wertschöpfungskette ein
Früher wurde die IT überwiegend als Kostenstelle begriffen, moderneren IT-Abteilungen gelang es schon, Prozesse zu optimieren. Gelingt es jedoch der IT, aktiver in die Wertschöpfungskette des Unternehmens einzugreifen (z. B. als Teil des Services oder sogar als integraler Kern des Produktes) bzw. als integraler Bestandteil dieser Wertschöpfungskette zu fungieren, kann die digitale Transformation erfolgreich gestaltet werden. Hierzu müssen mit Weitblick Märkte und deren Entwicklung genauso betrachtet werden wie Technologien und was aus ihnen wird – und beides muss miteinander in Einklang gebracht werden.

Digitale Transformation als Chance für die IT
Da aber gerade die digitale Transformation eine Konvergenz von Business-Modellen und Technologien zwingend erfordert, sind die CxOs gut beraten, nicht nur entsprechende Marktweitsicht zu zeigen, sondern auch einen Blick für das technologisch machbare und sinnvolle zu entwickeln. Hier können Beratungshäuser, aber auch die eigene IT helfen; Letztere sofern sie die digitale Transformation als Chance begreift, ihre Wertigkeit über einen direkteren Beitrag zum Unternehmenserfolg sicherzustellen. In Zeiten ständiger Kosteneinsparungen, Verlagerung von Entscheidungen in die Fachabteilungen und tiefgreifenden Veränderungen durch die wachsende Akzeptanz von Cloud-Diensten ist das eine weitere Herausforderung. Die Kommunikation zwischen der IT und den Unternehmenslenkern – und zwar genau an der Grenze zwischen Technologie und Business – wird zu einem zentralen Erfolgselement für eine gute IT-Abteilung.

Hier drei konkrete Beispiele aus den Bereichen Kundeninteraktion, Serviceverbesserung und Produktionsoptimierung:

1. Zufriedenere Kunden durch kontinuierliche Kundeninteraktion
Kollaboration an sich ist nichts Neues. Alle Unternehmen verfügen über Intranets, Portale etc. In Richtung Kunde existiert allerdings oftmals noch der Kampf mit Papierformularen – lästig für beide Seiten. Smartphones verfügen inzwischen über eine leistungsstarke Kamera; damit lassen sich zumindest einfache Formulare und Anträge gut lesbar fotografieren. Den Rest übernimmt eine mobile Capturing-Lösung, erkennt die Daten und Meta-Daten und kann so Bearbeitungs- und Interaktionsprozesse gleich digital vereinfachen. Neben der Einsparung von Briefporto, des Aufwands für das „Eintüten“ des Briefs und das Bringen zur Post sowie der anschließenden Bearbeitung des Formulars liegen die Vorteile auch in der gleichzeitigen nahtlosen Integration in die eigenen Bearbeitungsprozesse: Man kann mit dem Kunden auf nachvollziehbare, dokumentierte und wiederauffindbare Weise kontinuierlich interagieren. Während der gesamten Bearbeitung wird das Service-Erlebnis für den Kunden dabei deutlich verbessert.

2. Vorteile in der B2B-Wertschöpfung
Kunden wollen einen besseren Service. Meistens sind sie sogar bereit, dafür einen höheren Preis zu bezahlen. Während das obige Beispiel eher Consumer-orientiert ist, weisen im Business-Bereich viele Investitionsgüter bereits jetzt schon einen (teils deutlichen) IT-Teil in den Anlagen und Maschinen auf: Alleine, wie viele Mikroprozessoren und Kilometer Kabel in einem modernen PKW verbaut sind! Technisch ist es mittlerweile ein Leichtes, diese Daten auszuwerten und dadurch sicherzustellen, dass die Autos bestmöglich laufen. Daraus generiert sich ein zusätzlicher Service – kombiniert mit der Übernahme entsprechender Garantien zahlen Kunden dafür gerne einen Aufpreis.

3.Produktionsoptimierung
In der Produktion stellen sich vielerorts Fragen nach Optimierung. Etwa wie Sensor- und Maschinendaten besser genutzt für die Steuerung und Planung genutzt werden können oder wie eine umfassendere Analyse des Kundenbedarfs zur besseren Vorhersage des Produktionsbedarfs eingesetzt werden könnte. Meistens sind diese Fragestellungen noch sehr rudimentär und einfach. Mit Technologien wie Big Data ist es auch erst heute überhaupt möglich, große Mengen an Sensordaten zu speichern und sie im Anschluss – in Relation zu anderen Daten wie z. B. Klimadaten, Vertragsdaten, Marktdaten etc. – auszuwerten. Erst so lassen sich die eigentlichen Produktionsprozesse anpassen und letztendlich optimieren. Durch den Einsatz von Big Data stehen Informationen schneller und umfänglicher zur Verfügung, es kann schneller auf Veränderungen reagiert werden. Dazu ein Beispiel aus der Praxis:
Der Pharmahersteller Merck nutzt Hadoop für die schnellere Entwicklung von Impfstoffen. Durch den Schema-on-Read-Ansatz von Hadoop kann das Unternehmen riesige Datenmengen aus 16 Datenquellen sofort für Analysen bereitstellen, ohne sie vorher über ETL-Prozesse in ein relationales Datenbankschema übertragen zu müssen. Die Zeit- und Ressourceneinsparungen bei der Impfstoffentwicklung sind dabei erheblich.

Daten aus unterschiedlichsten Datenquellen verknüpfen
Neu ist, dass früher die Datenauswertung üblicherweise nur auf den strukturierten Kerndaten aus dem ERP erfolgte, aber eben nicht auf anderen unstrukturierten Daten aus Quellen wie z.B. Social Media-Kanälen, Sensoren, Logfiles, Web- oder Streaming-Anwendungen etc. Durch kostengünstige Datenspeicherlösungen sind Unternehmen mittlerweile ganz gut in der Lage, dieser Datenflut Herr zu werden und große und komplexe Fragestellungen zu stellen – und damit einen Wertbeitrag zum Unternehmenserfolg zu liefern.

Auch, wenn vor allem sehr traditionelle Unternehmen die digitale Transformation derzeit vielfach noch als eine Art Schreckgespenst wahrnehmen und sich mit dem Wandel schwertun – die digitale Transformation bringt nicht nur die Möglichkeit von Einsparungen mit sich, sondern vor allem auch die Chance auf neue Umsatzquellen. Jedes Unternehmen hat die Möglichkeit, sich dieser Herausforderung zu stellen – auch budgetär. Denn die IT, bzw. konkret der Open Source-Bereich, hat die notwendigen, leistbaren, aber hochleistungsfähigen Lösungen parat.

Open Source als „Digital Transformation Native“
Open Source ist auf Grund der Flexibilität, der Innovation, der Businesstauglichkeit, der günstigen Kostenstruktur und der Integrationsfähigkeit eine ideale Plattform für die nachhaltige Unterstützung digitaler Transformationsprozesse: Als Teil des Services, als Komponente des Produktes oder gar als wesentlicher integraler „white-label“-Bestandteil (OEM). Die Lösungen sind da, sie sind ausgereift und in zig Unternehmen erfolgreich im Einsatz. Unternehmen, die sich der digitalen Transformation stellen, haben mit Open Source eine leistungsfähige Enabler-Technologie an der Hand, die ideal an die individuellen Anforderungen angepasst und für die eigenen Ziele genutzt werden kann.

Weitere Beispiele, wie Open Source Unternehmen verändert:

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Michael Kienle - Geschäftsführer „Open Source gehört in die Business-Welt und nicht in die Technologieecke“ – die Auffassung von Open Source als Business-Thema hat Michael Kienle maßgeblich mitentwickelt. Als ehemaliger Chief International Officer für die Open Source Business Foundation und Geschäftsführer eines SAP- und Open Source-Beratungsunternehmens gehört Michael zu den führenden Köpfen in der Open Source-Welt.
Webprofile von Michael: Twitter, XING, LinkedIn

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