Neue Wege mit der Alfresco Digital Business Platform

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Mit der neuen Plattform schlägt Alfresco neue Wege im Dokumentenbereich ein

Mit der neuen Plattform schlägt Alfresco neue Wege ein

Es ist einige Zeit vergangen, seit ich mich im Beitrag Quo vadis Alfresco? mit den Neuigkeiten rund um Alfresco Enterprise auseinandergesetzt habe. Zeit für eine erneute Bestandsaufnahme, denn in den letzten Monaten hat es einige spannende Neuerungen in der Produktlandschaft von Alfresco gegeben.

Damit einhergehend wurde nicht nur die Namensgebung angepasst (siehe Abbildung), sondern auch neue Konzepte vorgestellt. Während die Verquickung von Geschäftsprozessen und Dokumenten seit jeher im Fokus des Herstellers steht, hat Alfresco mit dem Application Development Framework (ADF) auch die technische Basis für komplexe und am Benutzer ausgerichtete Lösungen geschaffen.

Die neuen Begrifflichkeiten in der Alfresco-Produktwelt

Die neuen Begrifflichkeiten in der Alfresco-Produktwelt

  • Alfresco One (Enterprise Content Management) nennt sich nun Alfresco Content Services und bringt eine Vielzahl neuer Funktionalitäten mit sich.
  • Alfresco Activiti wurde zu Alfresco Process Services (Business Process Management)
  • Alfresco Records Management wurde in Alfresco Governance Services (Information Governance) umbenannt.
  • Alle drei Produkte werden bei Bedarf in der Alfresco Digital Business Platform zusammengefasst und sind in den drei Ausprägungen Starter (bis 100 Benutzer), Business (bis 300 Benutzer) und Enterprise (bis 1.000 Benutzer und mehr) erhältlich.

Das Application Development Framework kommt künftig zum Einsatz, wenn kundenindividuelle Lösungen konzipiert werden sollen und das klassische Anpassen des für die kollaborative Zusammenarbeit ausgelegten Alfresco Share die Anforderungen nicht abdecken kann. Vor allem Anwendungen, die abhängig von der Mitarbeiterfunktion unterschiedliche Ansichten bereitstellen sollen, können dadurch deutlich einfacher umgesetzt werden.

Komplexe Lösungen künftig mittels Application Development Framework
Das Framework arbeitet auf Basis vorgefertigter Komponenten wie z.B. für die Suche oder Prozesse. Alfresco setzt dafür auf weitverbreitete Frontend-Technologien wie z.B. Angular2, Bootstrap und Google Material Design. Deren modularer Aufbau ermöglicht es einerseits, die vom Hersteller bereitgestellten Komponenten zu nutzen, andererseits eigene Anpassungen und Entwicklungen einfach einzubringen. Der Technologiemix eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für die Gestaltung der User Experience, da alle Komponenten Responsive Design unterstützen (siehe Abbildung). Damit erstellte Lösungen können dadurch nativ auf Smartphones und Tablets angezeigt werden, ohne dass zusätzliche Apps installiert werden müssen.

Dank des verwendeten Technologiemix ist die Erstellung eigener Apps nicht mehr nötig

Dank des verwendeten Technologiemix ist die Erstellung eigener Apps nicht mehr nötig

Kundennutzen: Neue Lösungen als Konsequenz
Das neue Entwicklungsframework ist deshalb so bemerkenswert, weil Alfresco mit der Bereitstellung der offenen Programmierschnittstellen und den Frontend-Komponenten seine Positionierung als Plattformanbieter festigt. Die strikte Trennung von Core-Services und Darstellungsschicht ist nicht nur technisch zu begrüßen. Sie eröffnet zugleich neue Möglichkeiten, um Individual- und Branchenlösungen zu entwickeln. Während bislang individuelle Abhängigkeiten durch bereits getätigte Anpassungen berücksichtigt werden mussten, wird die Lösung jetzt erstmals unabhängig von der Plattform.

Ich erwarte daher, dass innerhalb der nächsten Monate mehr und mehr schlüsselfertige Lösungen auf Basis der Alfresco-Plattform entstehen werden. Der Kunde wird durch das neue Konzept in die Lage versetzt, aus einer wachsenden Anzahl an Lösungen die für jeweils Passende auszuwählen. Dadurch lassen sich ganz unterschiedliche Fachapplikationen wie z.B. ein Vertrags- und Qualitätsmanagement zusammen mit einer Applikation für den Austausch von Engineering-Dokumenten auf Basis einer zentralen Installation betreiben. In der Praxis ergibt sich dadurch ein starker Hebel für ein zentrales Information Management System im Unternehmen.

Keine Breaking Changes
Was bestehende Kundeninstallationen und durchgeführte Anpassungen betrifft, hat Alfresco zugesichert, die Alfresco Share Applikation weiterhin zu unterstützen. Das bedeutet, dass bereits getätigte Anpassungen und Entwicklungen nicht aufgegeben oder gar neu erstellt werden müssen.

Insbesondere für neue Entwicklungen oder große Versionssprünge lohnt es sich jedoch, den Einsatz des Application Development Framework zu evaluieren. Gerne unterstützen wir Sie mit unseren Erfahrungswerten und Empfehlungen bei der Entscheidungsfindung. Es gilt wie immer: Bei Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. Gerne freue ich mich auch auf einen Austausch zu Ihren Erfahrungen mit dem Application Development Framework!

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Brian Kurbjuhn – Director Enterprise Information Management
Brian Kurbjuhn leitet den Bereich Enterprise Information Management bei it-novum. Seit vielen Jahren begleitet er Kunden bei der Umsetzung digitaler Geschäftsprozesse, mit Fokus auf deren nachhaltiger Optimierung. Als studierter Wirtschaftsinformatiker legt Kurbjuhn besonderen Wert auf das Zusammenspiel von Business und Technologie. Seine fundierte Open Source-Expertise ist auf zahlreichen Vorträgen und Workshops gefragt.

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