Nachfrage nach OpenStack-Kompetenz steigt

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15.07.2016ǀ ǀ CloudOpen Source
OpenStack User Survey 2016

Quelle: OpenStack Foundation

OpenStack ist zu einem Industriestandard geworden, wenn es um den Betrieb von Private und Public Clouds geht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der OpenStack Foundation. Überraschend dabei: Am meisten von OpenStack profitieren Unternehmen, die die Software gezielt einsetzen, um größere Agilität und Anpassungsfähigkeit bei der digitalen Transformation zu erreichen.

Die Umfrage hat die OpenStack Foundation unter 1.600 OpenStack-Anwendern aus 1.111 Organisationen durchgeführt. Die überwiegende Mehrheit der Befragten nennt die Standardisierung auf eine offene Plattform und die Vermeidung von Vendor Lock-ins als Hauptgründe für den Einsatz des Systems. Dazu kommen die Beschleunigung von Innovation und Anwendungsentwicklung, die höhere Betriebseffizienz und die geringeren Kosten. Auch der gute Community-Support trägt deutlich zum Erfolg der Plattform bei. De facto kommen inzwischen Unternehmen, die das Thema Private oder Public Cloud bearbeiten, kaum mehr um OpenStack herum – aus dem Tüftlerprojekt ist ein Industriestandard geworden.

Gründe für den Erfolg
Der Erfolg des weltweit größten Open Source-Projekts hat verschiedene Gründe:

  • Mehr als 500 Unternehmen, darunter mit IBM, Intel, Cisco und Dell einige der größten IT-Player, sind Mitglieder der OpenStack Foundation. Sie entwickeln das Projekt aktiv weiter.
  • Die Marktdurchdringung von Open Source an sich ist weit vorangeschritten, was der positiven Entwicklung von OpenStack sehr zugute kommt.
  • Cloud Computing ist längst nicht mehr nur ein Thema für Großunternehmen, sondern ist bereits im Mittelstand angekommen. Fast jedes Unternehmen nutzt irgendeine Form von Cloud Services.
  • Cloud-Plattformen erfordern ein strategisches Umdenken, ein komplett anderes Betriebskonzept. Hier kann OpenStack seine Vorteile ausspielen.

Zu kompliziert: Herausforderungen im Umgang mit OpenStack
Allerdings gehen mit dem Einsatz von OpenStack auch einige Herausforderungen einher. Die Anwender bemängeln vor allem die Komplexität des Systems, die schwierige Einrichtung, die Inkonsistenz der Module und die Notwendigkeit tiefen Fachwissens. Allein die Installation von OpenStack ist höchst kompliziert. Denn OpenStack betrifft das Netzwerk, die Computing Ressourcen und den Storagebereich. Zudem eröffnen die zahlreichen zur Verfügung stehenden OpenStack-Komponenten zwar viele Möglichkeiten, machen aber die Planung aufwändig und die Nutzung kompliziert. Darüber hinaus macht die Gewährleistung der Sicherheit mit OpenStack vielen Unternehmen Kopfzerbrechen, genauso wie die Verwaltung der Kostenstruktur. Allein die Entscheidung, ob sich OpenStack für die eigene Cloud – wieviele Nodes sind mit OpenStack sinnvoll verwaltbar – überhaupt eignet, stellt sich oft schon schwierig dar. Und hat die Implementierung dann geklappt, stellt auch der Betrieb hohe Anforderungen an die IT.

Um eine OpenStack Toolsuite einzuführen, muss also viel Zeit und Know-how eingesetzt werden. Beides fehlt in vielen Unternehmen. Die Nachfrage nach OpenStack-Experten steigt daher kontinuierlich. Der IDC-Analyst Andreas Olah etwa konstatierte in einer Research-Note: „Viele IT-Chefs halten OpenStack für ein interessantes Konzept, doch sie scheuen dessen Nutzung bei den geschäftskritischen Anwendungen, da es an entsprechend qualifiziertem Personal und der notwenigen Systemperformance fehlt.“ Hier treten externe Dienstleister auf den Plan. Sie verfügen über die notwendige fachliche Detailexpertise und über Erfahrungen in verschiedenen Projekten, die sie gewinnbringend für die Kunden nutzen können.

Strategisches Setting ist ausschlaggebend
Denn letztlich geht es bei OpenStack ja nicht nur um die praktische Implementierung, sondern vor allem auch um das strategische Setting. Am meisten von OpenStack profitieren deshalb Unternehmen, die die Software gezielt dafür einsetzen, Agilität und Anpassungsfähigkeit, aber auch Schnelligkeit und Einfachheit sowie Sicherheit und Effizienz aktiv zu leben und so der IT eine neue Rolle zuschreiben.

In dieser Rolle fungiert die IT als interner Dienstleister, der in einer digitalisierten Geschäftswelt bestehende IT-Services und Kernsysteme solide, aber kostenbewusst betreibt. Gleichzeitig ermöglicht er mit seinen Diensten Business-Innovationen. Das verbessert die Voraussetzungen für eine erfolgreiche OpenStack-Strategie und -Implementierung stark. Das Know-how dafür muss nicht ausschließlich intern vorhanden sein oder aufgebaut werden. Kompetente Dienstleister können bei dieser Transformation erfolgreich beraten und unterstützen.

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Michael Kienle - Geschäftsführer „Open Source gehört in die Business-Welt und nicht in die Technologieecke“ – die Auffassung von Open Source als Business-Thema hat Michael Kienle maßgeblich mitentwickelt. Als ehemaliger Chief International Officer für die Open Source Business Foundation und Geschäftsführer eines SAP- und Open Source-Beratungsunternehmens gehört Michael zu den führenden Köpfen in der Open Source-Welt.
Webprofile von Michael: Twitter, XING, LinkedIn

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