Mehr Agilität mit Pentaho Data Integration 4.0

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Kettle alias Pentaho Data Integration ist wohl das bekannteste und leistungsstärkste ETL-Werkzeug im Open Source-Umfeld. Noch mehr: Die älteste der Pentaho BI Suite-Komponenten braucht sich auch vor kommerzieller Konkurrenz nicht zu verstecken. Nach der letztjährigen Veröffentlichung der neuen Analyzer-Oberfläche hat Pentaho kürzlich die Pentaho Data Integration, Version 4.0 – kurz PDI 4.0 – präsentiert.

PDI 4.0 ist der nächste Schritt der Agile BI Initiative von Pentaho. Agil klingt dynamisch und schnell. Das Ziel ist es auch, die Entwicklungszeiten von BI-Projekten verkürzen und die Zusammenarbeit zwischen Fachabteilung und IT erleichtern. Und was heißt das konkret?

PDI 4.0 enthält neben einigen neuen Steps zur Anbindung weiterer Datenquellen und Verarbeitung der extrahierten Daten einige nette Funktionen zur Verbesserung der Usability. Die wesentliche Neuheit liegt aber in der Integration einer Visualisierungsoberfläche in die ETL-Umgebung. Genauer gesagt, können die transformierten Daten indirekt in einer Analyseroberfläche mit vollständiger OLAP-Funktionalität betrachtet und analysiert werden. Der zugrundeliegende OLAP-Würfel wird dabei automatisch generiert und kann gleichzeitig nach individuellen Anforderungen modelliert werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Daten über einen Wizard in einen Report einfließen zu lassen. Netter Extrapunkt: Die komfortable Möglichkeit für das Scheduling der ETL-Prozesse.

Unser erster Eindruck: Die Kombination von ETL und direkter Visualisierung überzeugt. Klar erkennbar ist der Trend, durch PDI 4.0 die Fachbereiche im Unternehmen stärker mit einzubeziehen. Das klassische Szenario im Controlling ist ja, dass Fachanwender am liebsten selber und am besten unkompliziert auf die Daten für ihre Auswertungen zugreifen können – ohne immer sofort nach der IT schreien zu müssen. Mit PDI 4.0 ist das jetzt möglicherweise Geschichte. Mehr noch: Durch die enge Verzahnung von Oberfläche und darunterliegender Datenschicht ist es vorstellbar, dass technisch affine Fachanwender direkt die Daten eines Data Warehouse nutzen.

Dazu braucht es aber noch mehr als nur PDI 4.0: Zwingende Voraussetzung ist eine hoch standardisierte Datenschicht, in der sich auch Endanwender orientieren können. Man sollte also bereits beim Design des Data Warehouse auf eine hohe „Business-Tauglichkeit“ achten. Weiterer kritischer Erfolgsfaktor sind natürlich die entsprechenden fachlichen Skills bei den Entwicklern der BI-Applikationen. Hier kann bspw. die Einrichtung eines entsprechenden Business Intelligence Competence Center (BICC) den Erfolg fördern.

Pentaho PDI 4.0 liefert eine gute und durchdachte Basis für agilere BI-Applikationen. Sofern auch die organisatorischen Bedingungen stimmen, können sich die Versprechungen der Agile BI-Offensive von Pentaho erfüllen: Kürzere Entwicklungskosten, niedrigere Projektkosten und ein zufriedeneres Team aus Fachanwendern und Technikern.

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Stefan Müller – Director Business Intelligence & Big Data
Nach mehreren Jahren Tätigkeit im Bereich Governance & Controlling und Sourcing Management ist Stefan Müller bei it-novum gelandet, wo er den Bereich Business Intelligence aufgebaut und in Richtung Big Data weiterentwickelt hat. Stefans Herz schlägt für die Möglichkeiten, die die BI-Suiten von Pentaho und Jedox bieten, er beschäftigt sich aber auch mit anderen Open Source BI-Lösungen. Seine Begeisterung für Business Open Source im Bereich Datenintelligenz gibt Stefan regelmäßig in Fachartikeln, Statements und Vorträgen weiter.

Webprofile von Stefan: Twitter, LinkedIn, XING

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