Interview mit der Bundespolizei: „Wir bilden die polizeiliche Eingangsstatistik mit Pentaho ab“

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Michael Becker stellt die Data Warehouse-Lösung der Bundespolizei vor

Michael Becker stellt auf dem #PUM17 die Data Warehouse-Lösung der Bundespolizei vor

Wie behalte ich bei Millionen von Daten den Überblick? Nicht nur Unternehmen, auch die öffentliche Verwaltung will ihre Daten aufbereiten und auswerten. Ein Beispiel ist unser Kunde die Bundespolizei: um einsatzkritische Informationen besser zusammenführen und analysieren zu können, setzt die Bundesbehörde auf Pentaho für die Datenintegrationsprozesse und das Data Warehouse. Michael Becker wird das Projekt auf dem Pentaho User Meeting am 16. Februar vorstellen. Ich habe mich vorab mit ihm über den spannenden Usecase unterhalten.

Wer sind Sie und was machen Sie?
Ich heiße Michael Becker, bin 51 Jahre alt und Polizeivollzugsbeamter bei der Bundespolizei (BPOL). Konkret arbeite ich im Bundespolizeipräsidium in Potsdam im zuständigen Referat für Produktmanagement und Softwareentwicklung. Dort bin ich als Teamleiter für die Entwicklung von Open Source Software zuständig.

Wo setzen Sie Pentaho im Unternehmen ein?
Wir setzen Pentaho, insbesondere Pentaho Data Integration (PDI), ständig für zahlreiche Entwicklungen ein. Wir erledigen Aufgaben wie Datenaggregationen, Datenanlieferungen an Systeme etc. ausnahmslos mit PDI. Wo wir früher aufwändig mit Scripten gearbeitet haben, wird heute „mal schnell gekettelt“. So holen wir zum Beispiel über PDI von allen Zeiterfassungsterminals der Bundespolizei bundesweit die Buchungsdaten ab, führen Vorberechnungen durch und übergeben diese Daten an eine BPOL-einheitliche Software, um damit Dienste zu planen, zu berechnen etc.

Ein weiteres Einsatzgebiet: Um täglich die Anzahl der Beamten zu ermitteln, die vor Ort verfügbar sein müssen, speisen wir jeden Tag die bundesweit gültigen Flugpläne vom Flughafenkoordinator des Bundes in Frankfurt am Main in unser System ein. Diese Daten werden angereichert mit den Informationen der jeweiligen örtlichen Flughäfen. Das bildet die Grundlage für die Berechnung des Einsatzkräftebedarfs vor Ort.

Außerdem bilden wir die gesamte „Polizeiliche Eingangsstatistik“ mit insgesamt 20 polizeilichen Handlungsfeldern in einem Data Warehouse ab. Die Handlungsfelder umfassen unter anderem die Reisendenzahlen an den Grenzen, polizeiliche Fahndungstreffer, Straftaten, Luftsicherheit, Bahnpolizei oder Asyl. Dazu setzen wir massiv auf Pentaho Data Integration, die Schema Workbench und den BI-Server.

Warum Pentaho – wo liegen für Sie die Vorteile der Lösung gegenüber anderen Produkten?
Wir hatten im Vorfeld von Pentaho einige andere Produkte testweise im Einsatz. Da wir uns recht schnell für PDI als unser „Tool“ entschieden hatten, lag die weitere Entscheidung insofern auf der Hand. Wir haben aber auch bis dato keine bessere – vor allem umfassendere Softwarelösung gefunden.
Ein weiterer Vorteil von Pentaho liegt darin, dass man (mit entsprechenden Anpassungen) auch die Pentaho Community Edition voll im Produktiveinsatz betreiben und jederzeit entscheiden kann, ob man dabei bleibt oder auf die Enterprise Version umsteigt. Hat man sich für die Enterprise Edition entschieden, ist auch das Preis-Leistungsverhältnis ein echtes Kriterium gegenüber anderen etablierten Software-Lösungen. Nachdem wir jetzt zwei Jahre mit der Community Edition gearbeitet haben, wechseln wir momentan zur Enterprise Edition.

Worum wird es in Ihrem Vortrag gehen?
Ich möchte unsere Vorgehensweise beim Aufsetzen unseres Data Warehouse anhand der „polizeilichen Eingangsstatistik“ erläutern. Grund ist, dass wir in dem Projekt einen etwas anderen Weg gehen mussten als Organisationen, die beim Bau eines Data Warehouse auf qualitätsgesicherte Daten wie die aus einem ERP-System zurückgreifen können. Bei uns muss die Qualitätssicherung zum Teil während der ETL-Prozesse durchgeführt werden, aber auch noch deutlich danach, denn unsere Vorsysteme können aus fachlichen Gründen die Qualitätsprüfung nur sehr marginal leisten. Auch im Hinblick auf die Datenausgabe sind wir eher nicht den klassischen Weg eines Reportings gegangen – mehr dazu in meinem Vortrag.

Was sind Ihre Erwartungen an das Event?
In einer sehr angenehmen Atmosphäre erwarte ich mir einen Informationsaustausch mit „Gleichgesinnten“, möchte neue Kontakte sammeln und von den Erfahrungen anderer profitieren.

Für das Pentaho User Meeting am 16. Februar in Frankfurt sind noch Plätze frei (hier geht´s zur Anmeldung).
Wollen Sie einen Vortrag oder eine Projektvorstellung zu dem Event beitragen? Sie können mir noch bis 6. Januar ihren Vorschlag schicken, bitte mit Angabe des Titels und einer aussagekräftigen Kurzbeschreibung.

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Stefan Müller - Director Business Intelligence & Big Data
Nach mehreren Jahren Tätigkeit im Bereich Governance & Controlling und Sourcing Management ist Stefan Müller bei it-novum gelandet, wo er den Bereich Business Intelligence aufgebaut und in Richtung Big Data weiterentwickelt hat. Stefans Herz schlägt für die Möglichkeiten, die die BI-Suiten von Pentaho und Jedox bieten, er beschäftigt sich aber auch mit anderen Open Source BI-Lösungen. Seine Begeisterung für Business Open Source im Bereich Datenintelligenz gibt Stefan regelmäßig in Fachartikeln, Statements und Vorträgen weiter.
Webprofile von Stefan: Twitter, LinkedIn, XING

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