Interview: „Die Kernthemen von IT-Organisationen sind immer Kommunikation, Prozesse, Dokumentation“

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Evangelist für CMDB und IT-Dokumentation: Peter Resch-Edermayr von synetics

Evangelist für CMDB und IT-Dokumentation: Peter Resch-Edermayr von synetics

Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch für IT-Dokumentationsprojekte. Jetzt gibt es einen Leitfaden in Form einer Blogserie, der sich auf amüsante und gleichzeitig lehrreiche Weise der Fragestellung „Und wie fange ich jetzt an?“ widmet.
Dahinter steckt Peter Resch-Edermayr von unserem Partner, dem CMDB-Spezialisten synetics. Anlässlich des 15. (!) Beitrags habe ich mich mit Peter über Inhalt und Zielsetzung der Blogserie unterhalten.

Peter, du schreibst eine Blog-Serie über die Einführung einer CMDB. Woher kommen die Geschichten?
Im Blog lasse ich meine Figuren Situationen ausleben, die ich selbst erlebt habe. Natürlich passe ich das Erlebte an, damit es in die Geschichte passt. Mit zeitlicher Distanz, als auch mit ein wenig mehr Erfahrung fällt mir nun vieles auf, das mir damals in der jeweiligen Situation eben nicht aufgefallen ist. Damit ist das auch ein lustvolles Nach-Erleben.

Was war deine Aufgabe? In welcher Rolle warst du?
Ich habe in den letzten 30 Jahren viele Stationen in der IT durchlebt. Von Admin über Supportverantwortung bis Organisationsberater. Seit einigen Jahren bin ich nun bei synetics in der Rolle des CMDB-Evangelisten tätig. Hier beschäftigt sich Jede und Jeder in irgendeiner Form mit IT-Dokumentation. Das Spannende in den letzten Jahren ist aus meiner Sicht ja, dass die Technik enorm fortschreitet, aber die Kernthemen jeder IT-Organisation weiterhin die gleichen sind: Kommunikation, Prozesse, Dokumentation. Mein Schwerpunkt war nie die Technik sondern stets der Mensch, ohne dass ich mir das irgendwie ausgesucht oder jemand gesteuert hätte.

Wie kam es dazu? In der IT geht es ja vornehmlich um Technik, Bits und Bytes?
In den 1990er Jahren begann sich in meinem Umfeld eine gefühlte Kluft aufzutun. Da gabs die “echten” Techniker und “echte” Programmierer. Viele meiner Kollegen wollten, so hat sich das für mich dargestellt, ganz sicher nichts mit Anwendern oder Kunden zu tun haben. Mir hat das nichts ausgemacht, das war verdächtig und hat öfters mal zu Konflikten geführt: Auf welcher Seite stehst du? Kunde oder Kollege? Erst viel später habe ich verstanden, dass es sich um einen klassischen Rollenkonflikt handelt, den es bei jedem Dienstleister gibt. Quasi “aufgelegt”. Hier setze ich auch mit meinen Blog-Beiträgen an: Konflikte, die aus gegenläufigen Interessen der Rollen, nicht der Menschen selbst, kommen.

Du schilderst nun bereits in vielen Episoden den Aufbau einer CMDB. Dauert denn das wirklich so lange?
Kurze Antwort: Technisch nicht, organisatorisch schon [Anmerkung: siehe dazu diese Erfahrungsberichte]. Im Blog möchte ich vor allem darauf hinweisen, was da alles auf einen zukommen kann. Nicht gemachte Hausaufgaben tauchen mit hoher Wahrscheinlichkeit im CMDB-Projekt auf und wollen gelöst werden. Ebenso die hohen Erwartungen aus der Chefetage, alle wollen “Quick Wins”. Das bedeutet nicht zwingend, dass alles so kommen wird. Doch man sollte vorbereitet sein.

Ab welcher Firmengröße sollte man denn eine CMDB haben?
Viele Organisationen sind bedeutend kleiner als ich das im Blog schildere. Oftmals besteht ja eine IT-Abteilung aus einer Person, die alle Rollen in sich vereint. Doch auch bei diesen Betrieben kommt irgendwann die Aufgabe der IT-Dokumentation um die Ecke.

Warum verwendest du nicht echte Personen?
Ich konfrontiere die Helden, oder manchmal auch Antihelden des Blogs mit Situationen, in die viele CMDB-Projekte tatsächlich stolpern. Niemand ist auf die Welt gekommen und konnte eine CMDB aufbauen. Und wenige haben die Möglichkeit ein solches Projekt mehrmals durchzuführen. Ich möchte dem Leser die Gelegenheit geben sich in die jeweilige Person hineinzudenken, und damit eine Episode bereits durchlebt zu haben. Ist man selbst in der gleichen Situationen kann man dann auch mal Nein sagen, damit das eigentliche Projektziel erreicht werden kann. Projekte, die man zum ersten Mal macht, werden ja meist von selbst immer größer.

Das Thema IT-Dokumentation bzw. CMDB ist ja an sich etwas staubig. Warum fesselt es dich so?
Das Dokumentieren an sich ist ungeliebt. Doch meine Erfahrungen mit Informationen, auf die ich mich verlassen kann, sind äußerst positiv. Das erzählen uns auch unsere i-doit Anwender, die den gordischen Knoten im Kopf gelöst haben: Mit bereits wenigen Basisdaten kann ich ganz andere Dinge tun, die zuvor, mit dokumenten-basierter Dokumentation, nicht mal denkbar waren. Nicht nur Systeme kann ich automatisieren, auch meine Prozesse können sich auf korrekte Daten verlassen. Das ist ein echter Fort-Schritt, ermöglicht Innovation. Wer das einmal erleben durfte, wird so wie ich begeistert sein. Selbst in einer kleinen IT-Abteilung: Nicht alles im Kopf parat haben zu müssen, sich auf andere Dinge konzentrieren zu können, auch mal ungestört Urlaub machen, das ist Lebensqualität!

Wie geht es weiter in deinem Blog?
Aufgrund der vielen Anwendungsfälle, die wir für i-doit bereits kennen, könnte die CMDB-Blog Serie vermutlich endlos laufen. Doch je weiter man mit seinem Projekt kommt, umso individueller werden die Lösungen. Das muss ich für den Blog berücksichtigen, der ja viele Anwender ansprechen soll. Nicht jede ausgefranste Situation passt. Aber es gibt noch eine Menge Standardsituationen, die man durch die Brille von Max Admin, Adam Kapon oder Maria Monetas betrachten kann, das werden wir sicher weiterhin tun. IT-Dokumentation und CMDB wird auch noch in vielen Jahren ein aktuelles Thema sein. Jemand hat genau die gleiche Situation, gerade eben!

Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg für deine Blogserie!

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Stephan Kraus – Leiter Presales & Support
Stephan ist in unserem Fachbereich „IT-Service Management“ die Schnittstelle zwischen IT-Service-Prozessen und Systemmanagement. Er verfügt über jahrelange Erfahrung im Helpdesk-Bereich und ist Experte für die IT-Dokumentationssoftware i-doit und unser Monitoring-System openITCOCKPIT.

2 Gedanken zu „Interview: „Die Kernthemen von IT-Organisationen sind immer Kommunikation, Prozesse, Dokumentation“

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