Internet of Things – was ist das?

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Fachbegriffe aus der Geschäftswelt erklären wir in der Wikireihe

Wiki-Artikel. Was ist … ?

Das Internet of Things (IoT) vereint die reale Welt der Dinge mit der virtuellen Welt des Internets. Dinge werden intelligent und kommunizieren durch die Übermittlung von Daten über das Web miteinander, ohne dass eine direkte Interaktion des Menschen erforderlich ist. Durch die Verknüpfung der beiden Welten entstehen Produkte und Dienstleistungen, die die Industrie und die Wirtschaft revolutionieren werden. In diesem Wiki-Artikel erkläre ich, was es damit auf sich hat.

Das Internet of Things geht zurück auf Kevin Ashton, der im Jahr 1999 diesen Begriff in einer Präsentation für Procter & Gamble erstmals publik machte. Ashton erläuterte, wie mit Hilfe der RFID-Technologie in der Supply Chain eines Unternehmens immens viele Daten gesammelt werden können. Diese Daten stehen alle im Zusammenhang mit physischen Dingen. Unter Dinge wird in diesem Zusammenhang Gegenstände des Alltags verstanden wie beispielsweise Maschinen, Kraftfahrzeuge und Gebäude, aber auch Menschen, Tiere und Pflanzen. Sind diese Dinge mit einem eingebetteten Computer ausgestattet, werden auf eine bestimmte Art und Weise Daten bereit gestellt, die dann später ausgewertet werden können.

Im Wesentlichen wird zwischen IoT-Konzepten, die den Verbraucher und die Industrie betreffen, unterschieden.

Das Internet of Things: Smarte und intelligente Dinge
Damit Dinge aus der physischen Welt „smart“ oder „intelligent“ werden, müssen alle Objekte mit einem Embedded Prozessor versehen sein. Zudem erhält jedes einzelne Ding eine eindeutige Identität durch eine IP-Adresse, über die es später direkt angesprochen werden kann. Um kommunizieren zu können, benötigen smarte Dinge zudem die Möglichkeit sich mit dem Internet zu verbinden. Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, können die entstandenen Daten über das Netzwerk ohne eine direkte Interaktion des Menschen zu einem Computer übertragen werden.

Datenauswertungen durch Big Data-Technologien
Smarte Dinge senden permanent Daten an eine zentrale Stelle. Dadurch müssen sehr große Datenmengen verarbeitet werden. Relevante Daten müssen von nicht relevanten Daten getrennt und ausgewertet werden können. Mit Hilfe von Big Data-Systemen in Kombination mit Business Intelligence-Lösungen wird Datentransparenz geschaffen. So lassen sich auftretende Veränderungen zeitnah erkennen. Durch eine genaue Auswertung und Aufbereitung der Daten stehen Entscheidungshilfen zur Verfügung, um entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Spezielle Maßnahmen erfolgen dann automatisiert oder durch eine bestimmte Interaktion.

Anwendungsbeispiel Medizintechnik
Im der Medizintechnik stellen Daten und die Interpretation dieser einen wichtigen Bereich dar, beispielsweise um den Gesundheitszustand einer Person besser analysieren und überwachen zu können. Dazu werden Menschen mit einem miniaturisierten Computer (Wearable) ausgestattet, der permanent die Vitaldaten einer Person aufzeichnet und diese sowohl an das persönliche Smartphone als auch an eine zentrale Stelle einer medizinischen Versorgungseinrichtung übermittelt.

Weichen diese Daten von Normwerten ab, kann über das persönliche Smartphone ein Notruf abgesetzt werden. Hier wird automatisch der Standort der Person übermittelt, so dass ein ärztlicher Notdienst die notwendigen Informationen erhält und sofort zur Stelle ist. Die Person selbst wird auch durch das Smartphone informiert, dass eine Behandlung erforderlich ist. Durch das Zusammenspiel und die drahtlose Kommunikation der Dinge über das Internet wird eine komplette Reaktionskette erstellt.

Datenschutz
Durch die Kommunikation der Dinge werden viele Daten über Nutzer, Anwender und deren persönliches Verhaltensprofil gesammelt. Es entstehen große Datenmengen, die auf verschiedene Art und Weise ausgewertet und für weitere Entwicklungszwecke genutzt werden können. Im Hinblick auf die Wahrung des Persönlichkeitsrechts muss darauf geachtet werden, dass ein sensibler Umgang mit diesen Daten gewährleistet ist.

Ausblick
Das Internet of Things ist ein Prozess, der sich ständig weiterentwickelt. Durch den schnellen technologischen Fortschritt werden sich auch zukünftig ständig Neuerungen ergeben. Sie betreffen nicht nur die Industrie, sondern auch den Endverbraucher, denn in Zukunft wird nach Schätzungen jedes smarte Objekt mit mehr als 3.000 anderen intelligenten Dingen pro Tag verbunden sein. Daraus entstehen riesige Datenmengen aus den unterschiedlichsten Lebens- und Unternehmensbereichen. Mit Hilfe von Big Data-Technologien, z.B. MongoDB und Pentaho, können sie auf eine vielfältige und flexible Art und Weise in Bezug zueinander gesetzt und ausgewertet werden.

Viele Entscheidungen werden zukünftig durch Computer auf Basis der jeweiligen Daten getroffen werden. Industriesparten, die heute wenige oder gar keine Berührungspunkte aufweisen, können in Zukunft durch ihre Zusammenarbeit einen Wettbewerbsvorteil generieren. Besonders im Energie-, Verkehrs- und Dienstleistungssektor können so neue Synergien entstehen.

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Stefan Müller - Director Business Intelligence & Big Data
Nach mehreren Jahren Tätigkeit im Bereich Governance & Controlling und Sourcing Management ist Stefan Müller bei it-novum gelandet, wo er den Bereich Business Intelligence aufgebaut und in Richtung Big Data weiterentwickelt hat. Stefans Herz schlägt für die Möglichkeiten, die die BI-Suiten von Pentaho und Jedox bieten, er beschäftigt sich aber auch mit anderen Open Source BI-Lösungen. Seine Begeisterung für Business Open Source im Bereich Datenintelligenz gibt Stefan regelmäßig in Fachartikeln, Statements und Vorträgen weiter.
Webprofile von Stefan: Twitter, LinkedIn, XING

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