Flexibles Speichermanagement mit Linux und Open Source

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14.04.2016ǀ ǀ Open Source
Ein schönes Paar: Storage und openATTIC

Ein schönes Paar: Storage und openATTIC

Das für viele IT-Verantwortliche drängendste Problem ist die Bewältigung der wachsenden Datenmengen. IDC etwa prognostiziert eine Verzehnfachung der Daten bis zum Jahr 2020. Ein Großteil dieser Daten wird unstrukturiert sein – der reine Ausbau der bestehenden Infrastruktur bietet daher keine dauerhafte Lösung. Es braucht flexible Technologien wie openATTIC und Ceph, die eine automatisierte Speicherverwaltung und einen störungsfreien Betrieb ermöglichen.

Die Datenmengen, die in Unternehmen gespeichert und archiviert werden, nehmen jeden Tag rasant zu. Bisher reagieren IT-Manager und -Administratoren mit dem Ausbau der verfügbaren Speicherressourcen. Diesem Vorgehen sind aber aufgrund steigender Lizenzkosten und mangelnder Flexibilität der Technologien bei zugleich stagnierenden IT-Budgets bereits jetzt Grenzen gesetzt. Außerdem löst der Ausbau bestehender Systeme das Problem nur vorübergehend, da dadurch Datensilos geschaffen werden, die langfristig schwer zu verwalten und teuer sind.

Speichermanagement mit Linux und Open Source-Software
Das bislang gültige Storage-Konzept muss überdacht werden: Anstatt individuelle Speichersysteme (SANs oder NASes) aufzubauen, sollten Daten in selbstverwaltenden und selbstheilenden dezentralisierten Clustern aus eigenständigen Speicherknoten gespeichert werden, die auf Standard-Hardware basieren. Aus diesem Grund rücken die flexiblen Speicherfähigkeiten von Linux und Open Source-Software (OSS) in den Fokus der Entwickler.

Storagemanagement mit einer offenen Plattform: openATTIC
Die zentrale Verwaltung von Speicherplatz ist aus modernen Rechenzentren heute nicht mehr wegzudenken. openATTIC ist ein Open Source Unified Storage-System, das eine intuitive Web-Oberfläche besitzt und dank moderner RESTful API eine große Auswahl an Storage-Protokollen unterstützt. Darüber hinaus ist openATTIC mit vielen Features ausgestattet, die in anderen Storage-Lösungen oft nur als teure Add-ons zur Verfügung stehen. Die Software bedient sowohl eher „traditionelle“ Speicherkonzepte wie NAS (CFIS/NFS) und SAN (iSCSI/FC) als auch die Open Source Cluster-Storage-Technologie „Ceph“.

Ceph ist der aktuell vielversprechendste Vertreter eines neuen Speicher-Paradigmas, das Storage (Hardware) von der Software trennt, mit der dieser verwaltet wird. Die Technologie ist hochskalierbar, speichert Daten auf einem dezentralisierten Computer-Cluster und unterstützt Schnittstellen für Block, Object und File Storage. Ein spezieller Hardware-Support ist dabei nicht erforderlich.

Partnerschaft mit SUSE treibt Entwicklung voran
Bislang gibt es nur wenige produktiv benutzbare Ceph-Management-Werkzeuge. Deshalb hat it-novum letztes Jahr begonnen, openATTIC mit Funktionalitäten für die Verwaltung von Ceph-Clustern auszustatten und den Anwendern von „traditionellen“ Storage-Systemen einen sanften Migrationspfad zu bieten. Seit diesem Jahr kooperieren it-novum und SUSE an der Entwicklung dieser Ceph-Features für openATTIC. Alle im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft entstehenden Anpassungen und Verbesserungen fließen direkt in openATTIC ein und stehen damit allen Anwendern unmittelbar zur Verfügung.

Mit openATTIC wird die Erstellung und Überwachung von Ceph zu einem reproduzierbaren bzw. dokumentierten Prozess, der leicht zu verwalten ist. Kurz gesagt: openATTIC sorgt für die notwendige Flexibilität und Offenheit, um für die aktuellen und zukünftigen Anforderungen an Datenspeicher gerüstet zu sein – openATTIC schlägt damit die Brücke zwischen der etablierten Storage-Welt (SAN/NAS) und dem neuen Speicher-Paradigma.

Support und Integration ab Version 2.0
Natürlich werden auch die bisher veröffentlichten Unified Storage-Funktionalitäten weiterentwickelt. Über monatliche Releases, die wir hier ankündigen, wird Feedback von den early adopters eingeholt, um neue Funktionalitäten gezielt auf die Bedürfnisse der Anwender abstimmen zu können.

Weiterhin plant SUSE, openATTIC in zukünftigen Versionen von SES (SUSE Enterprise Storage) als Management-Oberfläche einzusetzen (siehe dazu das Interview, das ich kürzlich mit Lars Markowsky-Brée von SUSE geführt habe). openATTIC wird aber auch unabhängig von SES für das Management von Ceph-Clustern nutzbar sein. Bereits jetzt ist openATTIC für SUSE Linux Enterprise Server (SLES) und openSUSE Leap verfügbar. Dies erweitert das „Ökosystem“ von openATTIC und gibt dem Anwender mehr Flexibilität bei der Wahl der Betriebssystem-Plattform.

 

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus unserem Whitepaper „Flexibles Speichermanagement mit openATTIC“ das hier zum kostenfreien Download bereit steht.

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Nachtrag: Das openATTIC-Projekt ist zusammen mit dem Storage-Bereich der it-novum zum November 2016 an SUSE übergegangen. SUSE wird openATTIC zum Management-Frontend für die Verwaltung von Ceph-Clustern weiterentwickeln.

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Lenz Grimmer ist Team Lead Product Management & Development für unsere Software-Defined Storage-Plattform openATTIC. Lenz ist seit seinem Informatikstudium Mitte der neunziger Jahre mit dem Linux/Open Source Virus infiziert und seitdem im Linuxbereich unterwegs: als Entwickler für SUSE Linux und MySQL AB, als Community Relations Manager für MySQL und als Product Manager für die Oracle Linux Distribution und die Sync & Share – Lösung TeamDrive. Als openATTIC Product Manager unterstützt Lenz bei der Weiterentwicklung von openATTIC und dem Ausbau des Anwender- und Kundenkreises.
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