„Erleben, was aus Ideen werden kann“

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Bertram Mandel stehend_rechts 2

Bertram Mandel ist General Manager und für die DACH-Region bei Liferay zuständig

Bertram Mandel, General Manager für die DACH-Region bei Liferay gibt uns heute in unserer Blogserie “Nachgefragt” einen Einblick in seine Open Source-Welt:

Wer sind Sie und was verbinden Sie mit Open Source?
Mein Name ist Bertram Mandel und ich bin General Manager für die DACH-Region bei Liferay. Die Position habe ich seit September 2013 inne. Das Angebot von Liferay habe ich sehr gerne angenommen, weil ich zu einer Zeit zu Liferay stoßen konnte, in der ich sehr interessante Entwicklungen begleiten und gestalten kann, um das wahre Potential von Liferay auszuschöpfen. Meine Verantwortung für das Gesamtgeschäft in der DACH-Region umfasst die Bereiche Marketing, Sales, Support, Business Development, Beratung sowie rechtliche Fragen.

Aber auch zuvor habe ich schon mehrere Managementpositionen bekleidet, bei denen Open Source-Projekte eine zentrale Rolle gespielt haben. Vorherige Stationen waren die Gesamtverantwortung für die DACH-Region in einem Open Source-Enterprise-Datenbank-Unternehmen, die Geschäftsführung eines Open Source-Anbieters für Plattformlösungen und der Aufbau eines Spin-Ins für eine große Telekommunikationsfirma für Cloud Communications. Meinen ersten Bezug zu Open Source hatte ich bereits in den 80er Jahren. Damals war ich als Unix-Berater Teil eines Teams das beauftrag war, die Verbreitung des X-Windows System in Europa voranzutreiben.

Was bedeutet für Sie Open Source?
Heute bedeutet Open Source für mich: es ist das beste etablierte Modell für Software-Entwicklung, und es ist das interessanteste Modell für kommerzielle Angebote. Das lässt sich beispielsweise an dem Qualitätsvergleich zwischen Linux und Unix festmachen, oder an der Tatsache, dass die Anwender von Open Source-Produkten direkt in die Entwicklung der Software eingebunden sind. Im kommerziellen Bereich muss das Angebot aber weiter vertieft werden.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Ihnen aus?
Wenn ich nicht gerade in Meetings mit Kunden, Partnern oder Interessenten bin, bevorzuge ich im Büro eine Open Door-Policy – also am liebsten den ständigen Austausch. Ich führe den ganzen Tag unzählige Online-Chats. Dazu kommen die Treffen mit Kollegen an unserer (tollen) neuen Espresso Maschine. Normalerweise starte ich den Arbeitstag schon zu Hause vor der ersten Tasse Espresso mit E-Mails und fahre erst nach der Rushhour ins Büro. Abends kann es später werden. Zum Glück sind die Kids schon fast ganz erwachsen und selbstverantwortlich.

Was war bisher Ihr spannendstes Projekt?
Ich hatte die Gelegenheit bei zwei wirklich großartigen Entwicklungen „ganz von Anfang“ dabei zu sein: SAP R/3 und Lotus Notes – und dabei zu erleben, was aus Ideen werden kann. So war ich bei SAP R/3 vom Brainstorming zu möglichen Architekturen in der ersten Stunde dabei und habe die Entwicklung dann zehn Jahre begleitet – fünf Jahre die Entwicklung des Produkts und weitere fünf Jahren die weltweite Vermarktung. Bei Lotus Notes habe ich in einer Position mit globaler Verantwortung für zentrale Partnerthemen und für die technischen Unternehmen der Produktpartner den damaligen Durchbruch und Erfolg dieser Lösung erleben können. Ich habe das Gefühl, dass bei Liferay wieder diese Situation gegeben ist, in der viele Dinge zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sind – und ich kann dabei sein.

Wie wird sich die Open Source-Welt Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren wandeln?
Open Source ist DIE Grundlage für eine Digital-Business-Plattform-Strategie. Open Source-Entwicklungsmethoden sind Mainstream. Da Kommunikation und Kollaboration wesentliche Bestandteile der Arbeitsweise von Gruppen sind, und diese Arbeitsweisen einem ständigen Wandel unterliegen, muss die Digital-Business-Plattform, mit der sie arbeiten, ein Höchstmaß an Flexibilität aufweisen. Eine Open Source-Lösung wie Liferay bietet Unternehmen einerseits die Sicherheit, dass mit der kommerziellen Version ein Hersteller hinter der Lösung steht, der Updates, Bugfixes, Support, Training und Beratung bereitstellt, und damit geschäftskritische Lösungen absichert. Andererseits haben Unternehmen aufgrund der Offenheit der Lösung die Möglichkeit, weitere Funktionen zu implementieren – und zwar dann, wenn sie die Entscheidung dazu treffen – unabhängig von Releasezyklen. Lösungsanbieter, die die Notwendigkeit für diese Flexibilität von Grund auf verstehen und in der Lage sind, dieses Bedürfnis zu erfüllen, treffen den Kern des Kundenbedarfs.

Die Adaption von Open Source wird sich im Technologie-Stack – vom Betriebssystem über Middleware in horizontale und vertikale Anwendungen – immer weiter ausbreiten.
Open Source und Cloud/SaaS sind jetzt schon engstens miteinander verbunden.
Auch heutige Closed Source-Anbieter werden bei neuen Entwicklungen verstärkt auf Open Source setzen.

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Brian Kurbjuhn - Director Enterprise Information Management
Brian Kurbjuhn leitet den Bereich Enterprise Information Management bei it-novum. Seit vielen Jahren begleitet er Kunden bei der Umsetzung digitaler Geschäftsprozesse, mit Fokus auf deren nachhaltiger Optimierung. Als studierter Wirtschaftsinformatiker legt Kurbjuhn besonderen Wert auf das Zusammenspiel von Business und Technologie. Seine fundierte Open Source-Expertise ist auf zahlreichen Vorträgen und Workshops gefragt.
Webprofile von Brian: Twitter, XING

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