Ein Einblick in „Pentaho und Jedox“, Teil 1

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Logos Pentaho und JedoxAnfang Dezember 2014 ist bei Hanser unser großes Fachbuch zu den beiden Business Intelligence-Lösungen auf Open Source-Basis erschienen: „Pentaho und Jedox“. Die Resonanz ist bisher durchweg erfreulich. Christian Kolodziej, Autor des OSBI-Blogs (zu Open Source und Business Intelligence), deutete jedenfalls schon an, sich das Buch selbst unter den Weihnachtsbaum legen zu wollen: http://www.osbi-blog.de/2014/12/weihnachtslektuere-fachbuch-pentaho-und-jedox/. Sein Hinweis: Fachbücher zu SAP oder Oracle gebe es wie Sand am Meer, aber gute Literatur zu OSBI-Themen sei eher rar.

Kolodziejs Hinweis ist berechtigt. Deshalb möchten wir, die Autoren Stefan Müller und Christopher Keller, Ihnen in einer vierteiligen Blog-Serie die Inhalte und Themen von „Pentaho und Jedox“ etwas detaillierter vorstellen. Heute, im ersten Teil, geht es uns darum, zu skizzieren, was wir unter Business Intelligence verstehen und warum Open Source-Software in diesem Bereich eine immer größere Rolle spielt.

BI im Aufwind
Business Intelligence-Systeme haben in den letzten Jahren eine massive Verbreitung in
Unternehmen erfahren. Informationen zielgerichtet bereitzustellen, hat heute eine strategische Bedeutung. In Zeiten zunehmenden Wettbewerbs und immer kürzerer Entscheidungszyklen wird BI immer wichtiger. Das explosive Wachstum der Datenmengen bei gleichzeitig fallenden Kosten für deren Speicherung wird den BI-Trend noch auf Jahre hinaus befeuern. Der zentrale Wert der BI-Systeme: Sie sind in der Lage, Daten in Informationen zu verwandeln. Erst so lässt sich der in den Daten der Unternehmen verborgene Informationsschatz überhaupt heben.

Das zentrale Datenlager
Das Data Warehouse, als das zentrale Datenlager im Unternehmen, stellt den Dreh- und Angelpunkt einer BI-Architektur dar. Die Ausgangssituation: Steuerungsrelevante Informationen über Lieferanten, Prozesse, Produkte, Kunden und das sonstige Unternehmensumfeld sind über die unterschiedlichen operativen Systeme verstreut, in unterschiedlichen Datenbanken und -formaten. Sollen all diese Daten aber für Berichte und Auswertungen zur Verfügung stehen, müssen sie zum einen konsolidiert und zum anderen
aufbereitet werden. Die passiert in einem Data Warehouse – das gewissen Ansprüchen an Flexibilität und Leistungsfähigkeit zu genügen hat. Es ist eben kein operatives System, sondern eines, das Entscheidungsprozesse des Managements unterstützen soll. Ein richtiges Data Warehouse ist „subject-oriented“ (und kann Daten nach Themen organisieren), es ist „integrated“(und konsolidiert alle Daten, etwa aus ERP- und CRM-Systemen oder aus externen Quellen), es ist „time-variant“ (und speichert langfristig, für historische Analysen), und es ist „non-volatile“ (und speichert Daten immer persistent).

Pentaho und Jedox

Pentaho und Jedox

Dashboards, OLAP-Würfel, Data Mining
Damit alle entscheidungsrelevanten Informationen auch effektiv verteilt werden können, bereiten BI-Lösungen sie in Form von Standard- oder Ad-hoc-Berichten auf, ob als Grafik oder Tabelle. Damit Manager und Entscheider einen besonders schnellen und intuitiven Zugriff auf die relevanten Informationen bekommen, bieten BI-Tools üblicherweise auch Dashboards, mit denen Zusammenhänge, Trends oder Ausreißer auf einen Blick zu erfassen sind. Analysten oder Controller etwa wollen aber oft auch eigene Auswertungen erstellen können, um Probleme zu analysieren. Diesen Anspruch befriedigt das Online Analytical Processing (OLAP), auch als Cubes oder Datenwürfel bekannt. OLAP-Systeme sind Analysetools, die Power-Usern einen multidimensionalen Zugang zu den Daten eröffnen. Anders als bei OLAP-Analysen will das Data Mining sogar völlig neue Muster im Datenbestand finden und bisher unbekanntes Wissen entdecken. Data Mining verwendet dazu verschiedene Methoden aus Statistik, Mathematik und künstlicher Intelligenz, wie etwa Entscheidungsbäume, künstliche neuronale Netze, Clusterverfahren oder Assoziationsanalysen.

Open Source macht klüger
Quelloffene BI-Lösungen sind aus dem Markt heute nicht mehr wegzudenken. Auch in Sachen Business Intelligence gilt: Open Source ist gekommen, um zu bleiben. Open Source BI-Lösungen entwickeln sich sogar immer mehr vom Nischen- zum Mainstream-Player. Für alle Ebenen einer BI-Architektur existieren heute Open Source-basierte Tools, die den kommerziellen Lösungen zumindest auf Augenhöhe begegnen, wenn sie sie nicht sogar übertreffen. Auch viele der modernen Big Data-Technologien sind Open Source, ob Hadoop oder MongoDB. OSBI-Software setzt sich auch deshalb durch, weil sie die Abhängigkeit vom Hersteller vermeidet – und die unangenehmen Effekte der starken Konsolidierung im BI-Markt der letzten Jahre. Ein vielversprechendes Konzept ist der Best Source-Ansatz, dessen Ziel es ist, bewährte kommerzielle Software mit Open Source-Lösungen zu ergänzen. Dann wird beispielsweise auf Basis des bestehenden SAP-Systems mit quelloffener Software eine Business Intelligence-Lösung entwickelt. Die Vorteile dabei sind nicht zuletzt die Flexibilität und die günstigere Kostenstruktur.

Transparenz macht sicher
OSBI-Systeme versprechen eine viel höhere Transparenz. Die kommt dem Sicherheitsbedürfnis entgegen, das viele Unternehmen gegenüber Systemen mit dem Rang „mission-critical“ haben. Schließlich sind BI-Systeme nicht selten das Nervensystem des Unternehmens. Der Vorteil von OSBI: Weil jeder den Quellcode einsehen kann, sind potenzielle Sicherheitsrisiken viel leichter zu identifizieren und zu beheben. Etliche große Unternehmen nutzen OSBI-Software darum auch in kritischen Einsatzgebieten.

Offenheit macht flexibel
Open Source bietet viel mehr Flexibilität und Offenheit – bei kollaborativer Entwicklung fließen Neuerungen sogar sofort wieder in die Community zurück. Generell überzeugt OSBI-Software durch ganz andere Customizing-Möglichkeiten. Während das Angebot der großen Anbieter oft recht starr ist, lässt sich eine OSBI-Software meist sehr passgenau implementieren. So werden die Anforderungen der User viel besser erfüllt und die Fachbereiche wirklich bestmöglich unterstützt.

Im zweiten Teil unserer Blogserie zum Fachbuch „Pentaho und Jedox“ wollen wir Ihnen dann zeigen, was speziell ein OSBI-System wie Pentaho leisten kann, wenn es um Business- und Big Data-Analysen geht.

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Stefan Müller - Director Business Intelligence & Big Data
Nach mehreren Jahren Tätigkeit im Bereich Governance & Controlling und Sourcing Management ist Stefan Müller bei it-novum gelandet, wo er den Bereich Business Intelligence aufgebaut hat. Stefans Herz schlägt für die Möglichkeiten, die die BI-Suiten von Pentaho und Jedox bieten. Er beschäftigt sich aber auch mit anderen Open Source BI-Lösungen. Seine Begeisterung für Business Open Source für Datenanalyse und -aufbereitung gibt Stefan regelmäßig in Fachartikeln, Statements und Vorträgen und als Experte der Computerwoche weiter.
Webprofile von Stefan: Twitter, XING, Google+

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