Die sieben Grundsätze für die Darstellung quantitativer Daten

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Stephen Few gehört zu den führenden Experten für Information Design

Stephen Few gehört zu den führenden Experten für Information Design

Wir freuen uns, dass wir heute mit Stephen Few einen Gastautoren gewinnen konnten, der als renommierter Experte für die anschauliche Darstellung sonst schwer verständlicher Daten gilt. In seinem Gastbeitrag berichtet er über die Schwierigkeit der Datenvisualisierung und -kommunikation.

Quantitative Daten darzustellen und zu kommunizieren, ist eine besondere Herausforderung. Die folgenden Sieben Grundsätze helfen aber dabei sicherzustellen, dass die Informationen trotzdem beim Adressaten ankommen:

  1. Kenne Deine Daten: Bevor Du nicht selbst die Geschichten verstanden hast, die in Deinen Daten stecken, kannst Du sie auch nicht erzählen.
  2. Kenne Deine Zielgruppe: Erst wenn Du verstanden hast, was Deine Zielgruppe interessiert, weißt Du, was für sie interessant und von Nutzen ist.
  3. Formuliere eine eindeutige Botschaft: Jedes Datenset besteht aus vielen verschiedenen Geschichten. Es ist unmöglich, sie alle auf einmal zu erzählen. Bevor Du also damit beginnst, quantitative Informationen zu präsentieren, musst Du erst die Botschaft festlegen, die Du kommunizieren möchtest. Fange damit an, ein bis drei Sätze zu schreiben, in denen Du Deine Botschaft ausdrückst, bevor Du mit der richtigen Präsentation loslegst.
  4. Reduziere Deine Daten auf das, was für die Kommunikation Deiner Botschaft wichtig ist: Dampfe die Daten auf die Essenz dessen ein, was Deine Zielgruppe sehen muss, um Deine Botschaft zu verstehen. Die wirklich wichtigen Informationen sind normalerweise in einem einfachen Set primärer Werte enthalten (z.B. monatliche Verkaufszahlen). Ein Beispiel: monatliche Verkaufszahlen, die mit Zielwerten oder mit Werten des gleichen Monats des vergangenen Jahrs verglichen werden, sind aussagekräftiger als nur die reinen Verkaufszahlen.
  5. Bestimme die beste Darstellungsmöglichkeit: Um Ergebnisse darzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manchmal lässt sich die Botschaft am besten in Wörtern ausdrücken. Aber auch Tabellen mit Zahlen, ein Graph oder die Kombination verschiedener Darstellungsmöglichkeiten können eine gute Lösung sein. Es gibt Ergebnisse, die sich am Besten in Linien-, Streu- oder Balkendiagrammen darstellen lassen. Die Möglichkeiten sind unendlich. Frage Dich, welche Darstellung die Beste für das Ergebnis ist, das du abbilden möchtest. Die Antwort auf diese Frage bedeutet, dass man sich bereits mit der Problematik auseinandergesetzt hat, wie Gehirn und Augen visuelle Informationen am besten aufnehmen können. Die Prinzipien kannst Du leicht lernen, aber sie sind nicht intuitiv erklärbar. Um die Grundsätze, die sich dahinter verbergen, zu erklären, habe ich das Buch Show Me the Numbers geschrieben.
  6. Entscheide Dich für eine einfache, klare und genaue Darstellung: Konzentriere Dich auf die wesentlichen Daten. Falls du mehr Informationen darstellen möchtest, dann entscheide Dich für unterstützende Informationen zu Deinen Daten. Farbabstufungen sind in einem Diagramm unnötig, ebenso wie visuelle Effekte und Gitterlinien, da sie von der eigentlichen Darstellung ablenken. Auch andere Datenelementen, die zur Verdeutlichung eines Zusammenhangs abgebildet werden müssen, sollten nicht zu prominent erscheinen. Die nicht relevanten Daten sollten im Hintergrund sichtbar sein und die wichtigen Informationen sollten klar im Vordergrund stehen. Tritt der Fall ein, dass manche Informationen wichtiger sind als andere, kann man auf kleine visuelle Effekte zurückgreifen. Zum Beispiel bringt eine leuchtendere Farbe oder eine dickere Linie innerhalb eines Diagrammes diese Linie besser zum Vorschein.
  7. Gib die Möglichkeit zur Antwort: Wann immer es Dir möglich ist, gebe dem Publikum durch spezifische Vorschläge die Möglichkeit, zu reagieren. Die meisten quantitativen Darstellungen sind nicht nur dazu da, um zu informieren, sondern auch um zu bestimmten Rückmeldungen zu motivieren.

Weitere Tipps für Datenvisualisierungen finden Sie in diesem Beitrag. Einen nützlichen pdf-Leitfaden für die Erstellung von guten Dashboards können Sie sich auf unserer Webseite herunterladen.

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Stephen Few hat mehr als 25 Jahre Erfahrung als Erfinder, Berater und Lehrender im Bereich Business Intelligence und Information Design. Er ist einer der führenden Experten rund um die Themen Datenvisualisierung, Datenkommunikation und Dateninterpretation. Sein Wissen teilt er als Autor dreier Bücher, Verfasser des Blogs Perceptual Edge und in seinem vierteljährlichen Newsletter über Visual Business Intelligence.

2 Gedanken zu „Die sieben Grundsätze für die Darstellung quantitativer Daten

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