Open Source: Ein überdimensionaler Lego-Baukasten?

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20.02.2014ǀ ǀ CloudNachgefragt
Matt Rechenburg, Geschäftsführer openQRM

Matt Rechenburg, Geschäftsführer openQRM

In unserer Serie „Nachgefragt“ steht uns heute Matthias Rechenburg von unserem Partner openQRM Enterprise GmbH Rede und Antwort.

Wer bist Du und was verbindet Dich mit Open Source?
Mein Name ist Matthias Rechenburg und ich lebe im schönen Bonn. Ich bin der Projekt Manager der openQRM Rechenzentrum- und IaaS-Cloud-Plattform und Geschäftsführer der openQRM Enterprise GmbH. Schon in den frühen 80er Jahren kam ich über meinen Vater zum ersten Mal mit Computern in Berührung und bin seitdem fasziniert von den technischen Möglichkeiten der IT. Als einer der Early Adopter des Linux-Betriebssystems beeindruckte mich am meisten, dass man endlich hinter die Fenster gucken konnte. Die Lösung von technischen Problemen war somit nur eine Frage, wie tief man sich in die frei verfügbare Dokumentation und den Quellcode eingearbeitet hat.

Als Autor mehrerer Open Source Projekte (z.b. openQRM und openMosixview Cluster Management UI) verbinde ich mit Open Source den wunderbaren sozialen Aspekt der freien Software Entwicklung. Geformt durch den ständigen Austausch von Informationen und ein kooperatives Brainstorming, ist diese Community einer der zentralen Punkte von Open-Source-Software.

Was bedeutet für Dich Open Source?
Freedom of choice (DEVO) und Freiheit für Ideen.

Zum einen bedeutet Open Source für mich die Freiheit zu haben, meine Ideen auszuleben. Für mich erscheint die Open-Source-Welt mit ihrer scheinbar unendlichen Anzahl an Programmen, Tools, Bibliotheken und Funktionen wie ein überdimensionaler Lego-Baukasten, in dem in jedem Winkel eine weitere Vielzahl von neuen Bausteinen steckt. Meine Vorliebe ist es, dann die Bausteine unabhängig von ihrem eigentlichen Zweck zu betrachten, um sie vielleicht dann für eine völlig andere Aufgabe in einer neuen Idee sinnvoll einsetzen zu können.

Zum anderen heißt Open Source für mich auch geben, d.h. Teil der Community zu sein, sich aktiv an Diskussionen und Entwicklungen zu beteiligen, Dokumentationen zu erstellen und bereitzustellen usw. Am schönsten daran ist es, dann zu sehen, wie andere Mitglieder der Community davon profitieren. 🙂

Wie sieht ein normaler Arbeitstag für Dich aus?
Mein Tag beginnt um neun Uhr entweder in unserem Hauptquartier in Köln oder in unserem Entwicklungslabor in Bonn. Neben den üblichen unternehmerischen Aufgaben als Geschäftsführer der openQRM Enterprise GmbH genieße ich es noch immer, an der Entwicklung und Erforschung neuer Technologien beteiligt zu sein. Mein Arbeitstag endet ganz normal um 18:00 Uhr. Zur besseren Beobachtung unseres international tätigen Geschäftsbetriebs arbeite ich meist noch ein bis zwei Stunden von meinem Homeoffice aus.

Was war bisher Dein spannendstes Projekt?
Mein spannendstes Projekt ist auf jeden Fall die openQRM Rechenzentrums- und IaaS Cloud-Plattform. Im Rahmen der Projekt- und Firmen-Historie durfte ich eine Vielzahl von Kongressen, Konferenzen und Kunden in den verschiedensten Ländern dieser Welt besuchen. Die Vision des openQRM-Projekts einer vollständigen Rechenzentrums- und Systemadministrations-Konsole zur generischen und automatischen Verwaltung jeglicher IT-Prozesse plus einer übergeordneten IaaS (Infrastructure-as-a-Service) Private-Cloud-Plattform, die alle IT-Dienste per Selbstbedienungs-Service End-Benutzern zur Verfügung stellt, betrifft praktisch alle Aspekte der derzeitig verfügbaren IT-Technologien. Das reicht von Virtualization über System- und Service-Überwachung, Hochverfügbarkeit, Backup/Restore, IT-Dokumentation, IP/DNS/Netzwerk-Verwaltung bis zur automatischen Applikationsinstallation und -konfiguration.

Wie wird sich die Open Source-Welt Deiner Meinung nach in den nächsten Jahren wandeln?
Virtualization war und ist immer noch ein großes Thema, aber nichts Neues. Das gab es schon damals in den Mainframes. Cloud Computing ist zur Zeit das große Thema, aber auch nicht gerade neu. Bevor es Virtualisierung auf der X86-Plattform gab, nannte man es Utlitiy Computing. Meiner Meinung nach geht der Trend vermehrt zur privaten IaaS-Cloud und zu hybrid-Modellen wo eigene und öffentliche Ressourcen genutzt werden, um eigene IT-Services zu betreiben. Nach meiner Erfahrung ist die IT-Welt jedoch eher schwerfällig bezüglich technischer Änderungen und Neuheiten, sodass wir auch noch eine ganze Weile Unternehmen sehen werden, die ihre IT auf eine ganz herkömmliche Art betreiben.

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Steffen Rieger - Director Infrastructure & Operations
Steffen Rieger leitet den Bereich Infrastruktur bei it-novum. Das umfasst den strategischen Vertrieb von Open Source Datacenter-Lösungen, den Betrieb der Rechenzentren der Konzerngruppe sowie die Leitung diverser operativer Teams.

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