Brücken bauen: SAP und SugarCRM

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Für die meisten SAP-Nutzer stellt SAP den betriebswirtschaftlichen Backbone dar, wo alle Prozesse der Logistik, Produktion, Finanzen usw. abgebildet werden. Die Universalität von SAP stößt aber manchmal auch an ihre Grenzen. Welcher SAP-User hat noch nicht darüber nachgegrübelt, wie er mit seinem starren SAP eine flexible 360°-Sicht auf seine Kunden und Interessenten erhält?

Wer SAP SD (Sales and Distribution) nutzt, beginnt den Kundenkontakt meist mit dem Auftrag und seiner Erfassung. Alles, was darüber hinaus geht in die Richtung eines effektiven Kundenmanagements – also z.B. Angebote, Anfragen oder gar Kontakte in der Anwendung abzubilden – machen die meisten Anwender gar nicht. Ein Grund dafür ist, dass SAP CRM vor allem für den Mittelstand einfach zu teuer ist. Außerdem gibt es kaum geeignete und erfahrene Berater auf dem Markt.

Dieses Problem kenne ich gut aus unserem Konzernverbund. Weil wir uns damit nicht abfinden wollten, haben wir das Problem kurzerhand „überbrückt“: Der ITN SAP-SugarCRM Connector verbindet SAP mit der Kundenmanagementsoftware SugarCRM. Dadurch lassen sich die Vorteile beider Systeme miteinander verbinden: In SugarCRM werden die Adressdaten potentieller Kunden und Interessenten erfasst und dann über den Konnektor an SAP übergeben. SAP wiederum überträgt Informationen zu Verträgen, Lieferungen, Stornierungen etc. In SugarCRM werden neben den Stammdaten und Ansprechpartnern auch E-Mails, Dokumente, Telefonnotizen, Termine und anderes verknüpft – also all das, was ich nicht in meinem SAP habe. Das Ziel ist es ja, eine Kontakthistorie zu erhalten, die möglichst vollständig ist, um den Interessenten/Kunden genau zu kennen und optimal auf ihn eingehen zu können. SugarCRM speichert alle SAP-relevanten Daten zentral und bereitet sie für alle möglichen Verwendungszwecke auf. Dadurch, dass die SAP-Schnittstelle bidirektional arbeitet, wird redundanter Datenhaltung ein Riegel vorgeschoben: Der Connector kontrolliert jedes Mal, ob die Daten nur in einem System oder in beiden gespeichert sind. Doppelte Daten in beiden Systemen haben also keine Chance.

Die Schnittstelle bringt also nicht nur dem SAP-Anwender enorme Vorteile. Auch der Support-Mitarbeiter und Account Manager hat so viele Daten parat, die ein alleinstehendes Sugar- oder OTRS-System so nicht hätte. Das Tolle an der Sache: Die Daten stehen sofort und ohne zeitlichen Verzug zur Verfügung. Dadurch sehen Mitarbeiter gleich, welche Verträge, Lieferabrufe oder auch Lieferavise es gibt. Im Gegenzug greift der Vertriebsmitarbeiter auf stets aktuelle Kundeninformationen zu. Dadurch kann er viel gezielter und individueller auf den Kunden eingehen als vorher. Im Anschluss daran werden die so gewonnenen Informationen und Daten direkt in den jeweiligen SAP-Applikationen weiterverarbeitet.

Wer sich eingehender mit der SAP-SugarCRM-Schnittstelle beschäftigen will, den verweise ich auf dieses Dokument. Hier sind die Funktionsweise und Vorteile des Konnektors ausführlich erklärt.

Wisdom Vorgehensmodell

Das Wisdom Vorgehensmodell

Das Vorgehen bei der Entwicklung des Konnektors nennen wir intern übrigens Wisdom – Workflow Integrated SAP Data and Open Source Management. Mit einem Klick auf die linksstehende Grafik sehen Sie das Modell im Detail.

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Michael Kienle – Geschäftsführer

„Open Source gehört in die Business-Welt und nicht in die Technologieecke“ – die Auffassung von Open Source als Business-Thema hat Michael Kienle maßgeblich mitentwickelt. Als ehemaliger Chief International Officer für die Open Source Business Foundation und Geschäftsführer eines SAP- und Open Source-Beratungsunternehmens gehört Michael zu den führenden Köpfen in der Open Source-Welt.

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