Bimodale IT: Warum das Gartner-Modell revidiert werden muss

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Bimodale IT: Besteht die IT wirklich aus zwei getrennten Welten?

Besteht die IT wirklich aus zwei getrennten Welten?

Der Begriff „bimodale IT“ geistert seit einigen Monaten durch die Medien. Geprägt von Gartner, teilt das Konzept die IT in zwei Welten: die klassische IT sorgt für Servicekontinuität, Effizienz und Kostenoptimierung. Die andere Welt, genannt agile IT, ist für Innovation, Flexibilität und schnelle Time-to-Market zuständig. Diese Zweiteilung greift aber zu kurz – und übersieht zudem die Rolle von Open Source-Software.

Der digitalen Transformation kann sich kein Unternehmen auf Dauer entziehen. Es geht nicht nur darum, die bestehenden Geschäftsprozesse zu digitalisieren, sondern vielmehr darum, durchgängige digitale Geschäftsmodelle zu entwerfen und umzusetzen. Von der IT wird erwartet, dass sie innovativ, schnell und flexibel die dafür notwendigen Projekte realisiert. Gleichzeitig müssen aber die bestehenden IT-Strukturen und -Abläufe in bewährter Manier aufrechterhalten werden. Laut der Analysten von Gartner entstehen dadurch also zwei völlig unterschiedliche IT-Welten, die „bimodale IT“.

Gartner teilt, was zusammen gehört
Auch wenn das Modell der bimodalen IT seit seiner Entstehung sehr populär geworden ist, greift es zu kurz. Denn so, wie Gartner den Begriff beschreibt, existieren die zwei IT-Welten nebeneinander her und berühren sich nicht. Der einen Welt, der klassischen IT, wird dabei sogar die Zukunftsfähigkeit abgesprochen.

So einfach ist es aber nicht. Die beiden IT-Welten arbeiten nämlich in der Realität nicht unabhängig nebeneinander her und auch nicht gegeneinander, sondern stets miteinander und mit einem gemeinsamen Ziel: das Unternehmen in der digitalisierten Geschäftswelt zum Erfolg führen.

Klar ist, dass die Umwälzungen, die mit der Digitalisierung der Geschäftswelt einhergehen, auch um die IT-Abteilung keinen Bogen machen. Die Veränderungen werden wahrscheinlich erheblich sein, auch das ist klar. Allerdings gibt es kein Standardrezept dafür, welche Veränderungen genau notwendig sind. Jedes Unternehmen wird den für sich besten Weg und die sinnvollste Veränderungsgeschwindigkeit wählen. Dabei auch Strategien zu berücksichtigen, die als Bindeglieder zwischen den verschiedenen IT-Welten fungieren können, ist vorteilhafter, als starr dem Konzept der Bimodalität zu folgen.

Jonathan Bryce: Die IT wird nicht einheitlicher, nur diverser
Gut zusammengefasst hat diese Erkenntnis Jonathan Bryce, Präsident der OpenStack Foundation, auf dem Kongress der Cloud Computing-Plattform im April: „IT-Umgebungen werden diverser, nicht einheitlicher. Strategien wie OpenStack ermöglichen, die Vorteile aus der Diversität zu ziehen.“ Genau darum geht es: Nicht um die sture Durchsetzung und Einzementierung des einen oder anderen Organisationsmodells, sondern darum, die richtigen Strategien und Mittel dafür einzusetzen, dass auch die IT erfolgreich im digitalen Zeitalter ankommt. Dabei kann es nicht schaden, auch einen Blick auf das von OpenStack verfolgte Open Source-Denkmodell zu werfen und zu überlegen, ob es nicht als Brückenmodell zwischen den beiden IT-Welten einsetzbar ist.

Open Source verbindet die beiden Welten
Denn im klassischen Teil der IT sind Open Source-Lösungen längst angekommen und als nahtlose Bestandteile in die IT-Landschaft der meisten Unternehmen integriert. Flexibilität und Skalierbarkeit, niedrigere Kosten, offene Standards und damit Herstellerunabhängigkeit sowie hohe Qualität: die Vorteile von Open Source-Lösungen tragen maßgeblich dazu bei, dass die Ziele der IT erreicht werden. Genau diese Vorteile könnte sich auch der agile IT-Teil zunutze machen. Open Source-Lösungen performen in einem schnellen, innovativen Umfeld. Die Open Source-Welt bietet viele Technologie-Teile bzw. -Module, die flexibel kombinierbar sind und so ideal unter sich rasch verändernden Voraussetzungen eingesetzt werden können. Die Open Source Community ist selbst höchst innovativ und entwickelt in schnellem Takt neue Lösungen. So können über Open Source beide IT-Welten verbunden werden.

Erinnern wir uns: Open Source war auch einmal ein revolutionärer Ansatz. Kaum ein Unternehmen setzt rein auf Open Source-Lösungen. Die meisten verknüpfen die alte und neue Welt und fahren damit sehr gut. In Sachen bimodale IT werden deshalb auch diejenigen IT-Verantwortlichen die besten Aussichten auf Erfolg haben, denen es gelingt, die für ihr Unternehmen passenden Modelle und Module aus allen Welten zu kombinieren. Open Source-Lösungen bieten einen erfolgversprechenden Hebel für diese Kombination.

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Michael Kienle - Geschäftsführer „Open Source gehört in die Business-Welt und nicht in die Technologieecke“ – die Auffassung von Open Source als Business-Thema hat Michael Kienle maßgeblich mitentwickelt. Als ehemaliger Chief International Officer für die Open Source Business Foundation und Geschäftsführer eines SAP- und Open Source-Beratungsunternehmens gehört Michael zu den führenden Köpfen in der Open Source-Welt.
Webprofile von Michael: Twitter, XING, LinkedIn

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