Aufbau eines Lieferantenportals mit Liferay – Teil 3: SAP in Liferay integrieren

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SAP Liferay 2In den ersten beiden Beiträgen dieser Blogserie ging es um die Systemlandschaft und die SAP-basierten Arbeitsprozesse. Doch bei alldem blieb eine Frage bislang ausgespart: Wie wird SAP überhaut ins Liferay-Portal integriert? Dazu kommen wir jetzt.

Für die Verbindung von Liferay mit SAP setzen wir die von uns selbst entwickelte SAP Integration Suite ein. Damit ist es möglich, beliebige Informationen aus Transaktionen von verschiedenen SAP-Modulen abzufragen. So können berechtigte Personen aus dem Liferay-Portal heraus diese einsehen und weiterberarbeiten.

Die Kommunikation zwischen Liferay und SAP basiert dabei hauptsächlich auf zwei Techniken: Remote Function Call (RFC) für die Schnittstelle zu SAP sowie Webservices für die übrigen Verbindungen auf der einen Seite und auf der anderen Seite auf dem von SAP eingeführten Standard zum Dokumentenaustausch ArchiveLink.

SAP Integration Suite schafft eine bidirektionale Schnittstelle
Durch die Verwendung von RFC und Webservices können Nutzer direkt auf die BAPI-Funktionen von SAP zugreifen. Der große Vorteil von Webservices ist, abgesehen davon, dass sie sowohl von SAP wie auch von Liferay nativ unterstützt werden, dass sie normale HTTP-Verbindungen über die Ports 80 oder 443 verwenden. Dadurch müssen selten Firewalls oder Demilitarisierte Zonen angepasst werden. Der von RFC standardmäßig genutzte Portbereich 3300-3399 wird dagegen von Firewalls oft geblockt.

Unsere SAP Integration Suite integriert aber auch den von SAP über die ArchiveLink-Schnittstelle zur Verfügung gestellten Webservice komplett und gibt entsprechende Dokumentenanfragen aus dem Portal an SAP weiter. Außerdem kann diese Schnittstelle SAP-Dokumente in das Portal ablegen. Dadurch bildet sie eine bidirektionale Schnittstelle, wie sie für ein Lieferanten- oder Kundenportal unverzichtbar ist: Angebote, Auftragsbestätigungen und Rechnungen können damit im Portal einsehbar dargestellt werden. Eine möglicherweise aufwendige Suche im E-Mail- oder Ablagesystem wird somit überflüssig.

Endlose Möglichkeiten mit Liferay
In meinen Beiträgen ist deutlich geworden, dass Liferay als Lösung mit einem offenen Quellcode eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber Closed Source-Optionen wie SAP Netweaver bietet. Liferay verfügt über zahlreiche standardisierte Schnittstellen zu anderen Anwendungen und ist durch seine Quelloffenheit leicht und kostengünstig erweiterbar. Durch die einfach zu bedienende API können spielend leicht andere Anwendungen in Liferay integriert werden. Daneben verfügt Liferay aber auch über eine Reihe von Social Collaboration-Komponenten und Web Content Management-Features, die dieser Portal-Lösung wesentlich größere Einsatzmöglichkeiten eröffnen als ein Netweaver-Portal, das ausschließlich als SAP-Integrations-Portal nutzbar ist.

Ein weiterer Pluspunkt für Liferay ist die große Community, die dahinter steht, und das große Partnernetzwerk. Unternehmen, die Liferay einsetzen, müssen nicht lange suchen, um jemanden zu finden, der ihnen bei Fragen weiterhelfen kann, und auch Third-Party-Produkte können schnell integriert werden. Außerdem profitieren Liferay-Anwender davon, dass die Community zügig neue Ideen aus anderen Bereichen aufgreift und zeitnah integriert. Ein Beispiel dafür ist Responsive Webdesign, das aus dem Bereich Web Content Management stammt, inzwischen aber auch Liferay-Anwendern die Arbeit mit dem Portal auf mobilen Geräten erleichtert.

Agile und moderne Strategie
Eine tiefe Integration von SAP in Liferay, wie ich sie in dieser Blogserie beschrieben habe, macht Unternehmen den Weg frei für eine agile und moderne Strategie bei den Themen Collaboration und Social Networking. Die eigenen Mitarbeiter haben eine einheitliche Oberfläche und können sich dabei mit anderen über Projekte austauschen, während sie gleichzeitig ihre Arbeit in SAP erledigen. Außerdem können sie weiterführende Informationen zu den von ihnen bearbeiteten Vorgängen einsehen. Umgekehrt sind aber auch SAP-Funktionen aus Liferay heraus aufrufbar, und selbst mehrere Personen an unterschiedlichen Standorten können gemeinsam an Informationen aus SAP arbeiten.

Die Kunden oder Lieferanten profitieren von so einem Portal, weil sie standortübergreifend über dieses System auf gemeinsame Informationen wie Rechnungen oder Bestellungen zugreifen und diese im Kontext des gesamten Geschäftsvorfalls einsehen können. Das spart dem eigenen Unternehmen Aufwand, während die Partner jederzeit die gewünschten Informationen abrufen können.

Ich hoffe, dieser kleine Ausflug hat Ihnen einen Eindruck davon gegeben, wie eine Integration von SAP und Liferay aussehen kann und was sich damit machen lässt. Natürlich sind zahllose weitere Einsatzmöglichkeiten denkbar. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, wie Sie Ihre Arbeitsabläufe mit Liferay optimieren können, kontaktieren Sie uns doch einfach.

 

Aufbau eines Lieferantenportals mit Liferay – Teil 1: Die Diagnose

Aufbau eines Lieferantenportals mit Liferay – Teil 2: Das Ergebnis

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Brian Kurbjuhn – Director Enterprise Information Management
Brian Kurbjuhn leitet den Bereich Enterprise Information Management bei it-novum. Seit vielen Jahren begleitet er Kunden bei der Umsetzung digitaler Geschäftsprozesse, mit Fokus auf deren nachhaltiger Optimierung. Als studierter Wirtschaftsinformatiker legt Kurbjuhn besonderen Wert auf das Zusammenspiel von Business und Technologie. Seine fundierte Open Source-Expertise ist auf zahlreichen Vorträgen und Workshops gefragt.

Webprofile von Brian: Twitter, XING

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