Interview: 30 Jahre IT in Österreich

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10.08.2016ǀ ǀ Big DataNachgefragt
Nicht nur die Consumer-IT hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert.

Nicht nur die Consumer-IT hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert.

In der Geschichte unserer Erde sind 10.000 Jahre eine winzige Zeitspanne. Dagegen sind 30 Jahre in der IT eine lange Zeit: seit dem Auftauchen des ersten Personalcomputers hat sich das Arbeiten in der IT-Welt stark verändert. Aus Anlass ihres 30. Geburtstags hat das österreichische Leitmedium Computerwelt mich um meine Einschätzung bezüglich der letzten drei Jahrzehnte Technologien gebeten.

Computerwelt: Herr Lipp, welche Technologie hat aus Ihrer Sicht Gesellschaft und Geschäftsleben in den letzten 30 Jahren am meisten beeinflusst?
Das Smartphone und die Verfügbarkeit von Daten. Ein Handy besitzt heute die Rechenleistung eines Supercomputers von 1980. Informationen sind heutzutage jederzeit und von überall aus aufrufbar („anywhere, any time“). Parallel dazu sind die Ansprüche der Anwender gewachsen: das, womit ich täglich im Büro arbeite, möchte ich auch im Hotel oder vom Auto oder Zug aus nutzen – und zwar in Form eines vollwertigen Arbeitsplatzes. Denn nur so kann ich ohne Einschränkungen mit den anderen Abteilungen und den Kunden meines Unternehmens zusammenarbeiten. Für die IT bedeutet das, dass sie nicht nur entsprechende Geräte und Bandbreiten zur Verfügung stellen muss, sondern auch die darunter liegende Infrastruktur – und das eben „anywhere, any time“.

Was war oder ist der größte Beitrag Ihres Unternehmens, um den Arbeitsalltag der Anwender zu erleichtern?
Wir sind auf Business Open Source spezialisiert. Dadurch haben wir das technische Wissen und die nötige Erfahrung, um Software nahtlos in bestehende IT-Systeme integrieren zu können. Dabei orientieren wir uns an den bestehenden Geschäftsprozessen. Wir setzen auf Open Source, weil offene Technologien der „Enabler“ sind: sie unterstützen die IT-Abteilung dabei, die Anforderungen der Anwender umzusetzen, die ich oben erwähnt habe.
Wir unterstützen die Anwender konkret bei:

  • Der Schaffung durchgängiger Unternehmensprozesse über verschiedenen Anwendungen hinweg, indem wir mit Software arbeiten, die offene Schnittstellen aufweist. Die offenen Standards, wie sie z.B. die Lösungen von Alfresco oder Pentaho verwenden, garantieren die Interoperabilität bei der Verbindung von IT-Systemen.
  • Das garantiert auch die Skalierbarkeit von IT-Systemen. Neu in die IT-Infrastruktur implementierte Open Source-Technologien wachsen flexibel mit der IT-Landschaft mit, weil sie hoch integrationsfähig und skalierbar sind.
  • Neben der attraktiven Preisgestaltung liegt ein weiterer genereller Vorteil der kollaborativen Software- und Lösungsentwicklung bei Open Source darin, dass Neuerungen sofort wieder in die Community zurückfließen. Das sorgt für schnelle Innovationszyklen und Unabhängigkeit von Herstellern.

Welcher aktuelle Trend wird in Ihren Augen die IT-Branche in den kommenden Jahren am wahrscheinlichsten nachhaltig beeinflussen und warum?
Big Data und (Predictive) Analytics. Diese Technologien werden Unternehmen enorme Wettbewerbsvorteile bringen. Mit Daten, nicht Öl, lässt sich heute Geld verdienen. Die intelligente Auswertung enorm anwachsender Datenströme für Geschäftsentscheider besitzt ein riesiges Potenzial. Können interne und externe Datenquellen kombiniert und miteinander verknüpft werden, sind exakte Analysen möglich, die Transparenz für schnelle Managemententscheidungen schaffen. Die vorausschauende Komponenten (Predictive Analytics) ermöglicht dabei die Einschätzung von Risiken im Vorfeld.

Trotzdem ist Big Data für viele noch ein theoretisches Konstrukt. In gewisser Weise kann man es sich wie eine Taschenlampe vorstellen: sie bringt Licht dorthin, wo bislang keines war. Big Data beleuchtet Zusammenhänge und Abhängigkeiten in einem bis dato nicht mach- und denkbaren Maßstab. Dadurch sind Datenvernetzungen möglich, die, noch verstärkt durch den digitalen Wandel, wichtige Erkenntnisse entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses für Entscheider und Unternehmen schaffen.

Das Interview ist im Original in der Computerwelt erschienen.

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Peter Lipp, Sales Manager Österreich

Peter Lipp ist als Sales Manager für Österreich bei it-novum für unsere Kunden im Nachbarland zuständig. Peter besitzt mehr als 20 Jahre Erfahrung in der IT-Branche und ein weitläufiges Netzwerk in Österreich. Vor seiner Position bei it-novum war er Sales Manager Services bei Fujitsu Technology Solutions und Vertriebsleiter Österreich Infrastructure & Services bei Infoniqa.

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